Band 
Sechster Theil.
Seite
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Schauspiel. 9 z

dem satyrischen Drama, vermuthlich ehe es noch sovollkommen war, als wir es in den Cyclopcn desEuripides finden, die zweyte Gattung des Lustspiels,nähmlich die eigentliche griechische Komödie oder dieVorstellung solcher Personen, die über sich selbst La-chen erregen wollten, wodurch sich diese zweyte Gat-tung des Lustspiels von der ersten,. nähmlich vomsatyrischen Drama unterscheidet. In ihr traten nähm-lich diejenigen selbst auf, welche ursprünglich bey je-nen Ersten nur verspottet wurden. Hier steht mandie Wahrscheinlichkeit, wie die Komödie ihren An-sang aus einer Lustbarkeit oder Posse nahm, derglei-chen freye Völker zu allen Zeiten hatten; aus einerPosse, mit welcher einige Lustigmacher allerhand an-tastende Reden über vorbeygchende Personen verban-den. Statt dieser Posse legte man aber bald wirk-liche, damahls neue Begebenheiten bey dem satyri-schen Drama zum Grunde, wie man aus den, demKrakes zugeschriebenen, Verbesserungen ersieht; manführte lebende, sogar bey der Vorstellung gegenwär-tige Personen darin auf und nannte sie mit ihrenwahren Nahmen. Die älteste Form des Lustspielsssn Athen scheint noch nahe an ein solches Possenspielzu grenzen , denn Aristophanes wirft seinen Vorgän-gern und selbst seinen Zcitverwandken vor, daß sieGaukeleycn machten, um Kinder zum Lachen zubringen, und daß ihre Stücke meist aus Possen be-stehen. In der Art und Weise, wie sich die Hekuba,die Phönizierinnen und Bacchantinnen des Euripidesanfangen, zeigen sich die ersten Anfänge der drama-tischen Kunst. Hier sieht man die Möglichkeit, wie1) eine Person von sich den Zuschauern eine ganze