Schauspiel. 99
darnach zu richten. Anarandrides, der zuerst un-züchtige Dinge auf die Schaubühne brachte w),und in der »oi. Olympiade lebte, sündigte wider je-nes Gesetz und erlaubte sich einen satyrischen Versgegen die Regierung, worüber er zum Tode verun-theilt wurde. Eine andere Wirkung jenes Gesetzeswar, daß die Masken nun, was sie sonst waren,Portraits zu seyn aufhörten, (nicht gar erst aufka-men, wie einige xx) sagen) und daß der Chor weg-fiel, theils weil die Gesänge desselben so schlechtmit der Handlung des Ganzen verbunden waren,daß die Zuschauer das Theater verließen , theils weildie Reicheren, die am meisten den Verspottungendes Chors ausgesetzt waren, und doch die Kosten zudessen Unterhaltung hergaben, diese Kosten verwei-gerten. Als Athen wieder frey wurde, hielt manjenes Gesetz nicht mehr so genau. Aristophanrs, dernoch sür die mittlere Komödie schrieb, und auch an-dere hintergingen das Gesetz, indem sie wahre Be-gebenheiten vorstellten, und nur die Personen mitverdeckten Nahmen nannten- sie aber so kenntlichschilderten, daß sie jedermann erkennen konnte. Selbstnoch in der neuen Komödie stellte man unter erdichte-ten Nahmen wahre Begebenheiten, und wahre Per-sonen vor, oder man setzte vielmehr die Fabeln sol-cher Stücke aus Anspielungen auf wahre Begeben,hciten zusammen. Indessen wurde doch l>ey der mitt-leren Komödie der Gegenstand der Verspottung meistnur aus den Mythen, wie Platonius meldet, ge-nommen, und das ehrwürdige der Mythen lächerlichgemacht, welches die dramatische Parodie war, vonder man jedoch schon vor jenem Gesetz Bcyspiclt
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