Echiff. i6§
fanden die Cabirer, Zeitgenossen der Titanen, dieKunst Schiffe zu bauen und Seereisen zu unterneh-men ^). Andere schreiben dieses bald den Tyriern Ic),bald den Aeginetern, bald den Britanniern zu.Eine so wichtige und zur Herbeyschaffung der Bedürf-niße des Lebens so nöthige Erfindung, als derSchiffsbau war, konnte gar füglich von mehrerenVölkern herrühren, nur daß sie bey dem einen Volkefrüher, bey dem andern aber später zur Reife kam.
Vor Erfindung der Schiffe fuhr man auf Flössen,die, nach dem Bericht des Pliniusl), zwischen denInseln auf dem rothen Meere von dem König Ery-thras erfunden wurden, Sie bestanden aus vielenmit einander verbundenen Stämmen oder Balken,über welche Oueerbalken gelegt wurden; sie führtenden Nahmen , rares und waren die ältesten
Fahrzeuge. Aus vielen Zeugnissen ist bekannt, daßsich die Alten mit diesen Flößen, der Räuberey undHandlung halber, sogar aufs Meer gewagt haben,und daß man sie auch nach Erfindung der Schiffezum Uiberfetzen der Kriegsyölkcr und schwerer Lastenbeybehalten hat m). Plinius meldet ferner am an-geführten Orte, daß einige glauben, die Flößenwären von den Mysiern und Trojanern bey ihremZuge gegen die Thracier, da sie über den Hellespontwollten, zuerst erfunden worden. Wenn aber Pli-nius spricht „noch jetzt werden sie auf dem britanni-schen Meere aus Gerten geflochten und mit Lederüberzogen" so sieht man wohl, daß hier schon voneiner Art Gondeln die Rede ist. Die Egyptier mach-ten ihre ersten Fahrzeuge aus Papyrus, hernach aberaus Binsen und Schilf, damit sie leichter würden