Band 
Sechster Theil.
Seite
183
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Schifffahrt. »8Z

mischen Gründen. Die mechanische Schiffkunst istdie älteste und geschahe anfangs durch Ruder allein,dann durch Führung der Segel und gurr Besor-gung des Windes, durch Regierung des Steuerru-ders, Auswertung des Bleyloths, durch den Ge-brauch der Seekarten und endlich durch Hülfe derMagnetnadel oder des Kompasses, mit dessen Er-findung die Schifffahrt, als mechanische Kunst be-trachtet, zur Vollkommenheit gedieh.

Auf die Erfindung des Ruders sollen die Mcn»scheu durch die Betrachtung der Füße schwimmenderVögcl und durch die Aufmerksamkeit auf den Ge-brauch, den diese davon machen, geleitet wordenseyn. Plinius sagt, daß man kll) das Rudern vomStoßvogel oder von der Weihe gelernt habe. Tp-phis hatte Acht darauf und brachte zuerst das Steu-erruder am Schiffe Args an. Die Alken schifftenanfänglich noch nicht des Nachts und entfernten sichauch nicht von den Küsten. Wurden sie aber durchSturm von dem Ufer auf die hohe See verschla-gen : so richteten sie sich nach dem Lauf der Sonne,um das Land wieder zu finden. Verbargen Unge-wißer die Sonne: so ließ mau Vogel stiegen, dieman im Vorrath aufs Schiff mitnahm, und segelteihrem Fluge nach, weil man nicht unrichtig schloß,daß sie aus natürlicher Empfindung die Gegenddes Landes zu finden wissen würden ü).

Die Erfindung der Segel erforderte mehr Nach-denken und Untersuchung, als die Erfindung derRuder, daher auch die Segel später, als die Ru-der, erfunden wurden. Goguet kie) glaubt, daßdle Phönizier sich zuerst der Segel und des Win-