272 Schwarze Kunst.
der darauf abgerissenen Zeichnung aufzutragen, da-her einige Striche nur zarter gemacht, andere ganzausgelöscht, andere gar nicht berührt werden, wiees Licht oder Schatten erfordert. Die ganze Arbeitwird mit drey Instrumenten, mit dem Grundeisen,Schabeeiscn und Polirstahl verrichtet. ' Statt desGründungseifens, womit die Furchen in die Plattegezogen werden, daß sie einem feinem Sammetgleicht, bedient man sich jetzt eines Werkzeugs, wel*ches die Wiege genannt und wodurch die Arbeit sehrerleichtert wird. Den rauheN Grund füllet man mitSchwärze aus und tragt nun nach der gewöhnlichenArt die Zeichnung auf die Platte, dann bringt mandie Figuren der Zeichnung durch das Schabeisen unddurch den Polirstahl zur Vollkommenheit. Da wodas meiste Licht seyn soll, wird der rauhe Grundvöllig mit dem Schaberisen abgeschabt und mit demPolirstahl ganz geglättet. Soll eine Stelle schoneinigen Schatten erhalten: so laßt man etwas we-niges von dem Grunde stehen. Soll eine Stellemehr Schatten haben: so wird der rauhe Grundweniger befchabt und die dunkelsten Stellen werdenbloß durch den rauhen Grund ausgedrückt.
Zu der Erfindung dieser Kunst soll die gehäm-merte Arbeit Gelegenheit gegeben haben.
Indessen ist es falsch, daß Hugo de Carpi dieschwarze Kunst erfunden habe, wie einige a) vorge-ben ; noch weniger Grund hat man, diese Erfin-'düng einem Engländer Sir Christvpher Wren b)zuzuschreiben.
Der wahre Erfinder der schwarzen Kunst warder heßische Obristiieutenanl Ludwig von Siegen c)
(andere