Band 
Sechster Theil.
Seite
295
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Seelenkehre. ' 29L

Flecken rein werden. Pythagoras konnte sich keinen Be.griff von einem Geiste machen, der von der Materiegeschieden sey ; darum hiekr er die Seele für ein Theil-chen von der allgemeinen Intelligenz, die er Gottnannte, und behauptete, daß sie sich, nachdem sie indem Leibe von ihren zugezogenen Flecken gcreinigetsey, in dem Aether wieder mit der allgemeinen Intelli-genz vereinige 6). - Plato schrieb in seinem Phadon,im Alcibiades und im Tsmäus mcles von der mensch-lichen Seele; er behauptete die Wiedererinnerung unddie. von Gott abgesonderten Ideen, wie man m sei-nem Parmenides zu finden glaubt s). Aristotelesschrieb drey besondere Bücher von der Seele, glaubteaber ihre Unsterblichkeit nicht l). Die Epicurer be-haupteten die Materialität der Seele. Plukarch schriebeinen Commentar äe anlmas yrocrsatlons. Cicero imVl. Buche äs Uepublica oder im 8omnio 8cipioniLgedenkt der menschlichen Seele und ihres Zustandesnach der Absonderung vom Leibe. Unter den Christenschrieb Tertullian, der i. I. 220 n. C. G. starb,zuerst ein Buch von der Seele, und behauptete dieStoische Meinung, daß die Seele körperlich sey.

Philipp Melanchthon suchte im Jahre 1540 dieLehre des Aristoteles äs anims zu verbessern. GomezPereira, der im >6ten Jahrhundert lebte, war dererste, der den Thieren die Seele absprach g). Hierinfolgte ihm Cartefius nach, der die Thiere zu bloßenMaschinen machte. Im i8ten Jahrhundert erfandLeibnitz die vorher bestimmte Harmonie l>). Neuerlichhat der Herr Hofrath Medikus eine neue Hypotheseüber die Lebenskraft und über die Seelen, der Thierebekannt gemacht i).