Seide. ZOy
In der königlichen Sammetfabrikdes Herrn Per-ron zu Paris hat man seidene Stoffe zu machen erfun-den , davon eine jede Seite eine andere Farbe hatp).
In England ließ Jacob I, zuerst Seidcnmann-facturcn anlegen, Maulbeerbäume pflanzen und Sei--druwürmer ziehen g).
In dem Augsburgischen Steuerregister kommtschon im Jahre 1490 eine Seidcnspinnerin vor r). In-dessen kam die Scidenwirkerey doch erst hauptsächlichdurch die französischen Flüchtlinge nach Leutschland ,daher auch die meisten Kunstwörter französisch sind.Der Seidenbaum nahm erst in der Miete dieses Jahr-hunderts in Leutschland seinen Anfang.
Herr Changier hat ein Mittel erfunden, die Pup-pen in den Coecons zu tödten , welches man für daswohlfeilste und bcßtc halt. Man legt in ein Faß zwi-,sehen zehn Reihen Coccons ein durch Terpentinöl gezo-genes Pavier, deckt das Faß zu, und nach zwölf Stun-den sind die Puppen todt;). Herr Lorenz Anrort ent-deckte eine ebenfalls leichte Art die Puppen zu tödten.Er laßt Kampfer in Wcineßig zergehen und diesen inder Stube, wo die Puppen getödket werden sollen, aufKohlen verdunsten, wodurch die Puppen sterben 1).
Herr Sestini in Toscana hat folgendes Verfahrenbekannt gemacht, die Seidenwürmer zu der Zeit, wi-es noch keine frische Maulheerblatter gibt, zu erhalten.Man nimmt Maulbexrblaktcr und kocht einen Eptractdaraus, füllt ihn in eine Bouteille mit einem langenHalse und gießt oben etwas Des drauf, damit er sichgut hält. Hernach nimmt man andere Maulbeerblat-ter, die erst im Herbst getrieben wurden, und laßt sieapfdcm Boden unter dem Dache des Hauses austrock-