Band 
Siebenter Theil.
Seite
63
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Staatskunst. 6z

Graals durch kluge Mittel zu befördern. Plato meint,daß die Staatskunst mit der Erbauung der Städteehren Anfang genommen habe a).

Mofcs ist der älteste Schriftsteller in der Staats-kunsi, wie feine Gesetze beweisen; nach ihn, zeichnete sichSalomo in der Staatsklughcit aus, vbfchvn feine Leh-reu nicht systematisch sondern paränetisch abgefaßt sind.

Bey den Chinefcrn lehrte Confucius allgemeineKlugheit; durch Fabeln thaten dieses bey den In-dianern Pilpac, bey den Arabern Lockmann, be-ben Phrygiern AesopnZ.

Goguet meint b), der Assyrische König Niniashabe die Staatskunst in einem hoben Grade ver-standen ; man will den Umstand, daß er sich vor fei-nen Unterthanen fast gar nicht sehen ließ c), so er-klären , daß er ihnen dadurch desto mehr Ehrfurcht fürseine Person einzustoßen gesucht habe. Auch Dcjoces,ein König der Meder wird für einen der grösstenStaatsklugen des Alterthums gehalten.

Bey den Griechen stieg die Staatskunst sehr hoch.Unter den sieben Weifen Griechenlands trifft man indes-sen nur einzelne Klugheitslehren an; aber Solon unddie Gesetze der zwölfTafeln beweisen, daß Solon einStaatsklugcr Mann war, und daß die Politik frühzei-tig in Griechenland aufkeimte. Jfocratcs, der siebenJähre vor dem Plato gebohren wurde, schrieb bereitsciwas von der Rcgierungskunst. Vorzüglich aber wirdSvcrates für den ersten Lehrer der Slaatsklughcit beyden Griechen gehalten, dessen Grundsätze man in denSchriften des Plato findet, und zwar in den 10 Ge-sprächen von der Republik, worin Svcrates die Ab-bildung eines vollkommenen Staats, aber nur als