64 Staatskunst.
eine Idee vorträgt, um die Grundsätze der Sitten»lehre zu finden; ferner in den 12 Büchern von denGesetzen, wo Z Bürger aus Z verschiedenen Freystaa-ten Gesetze zu erfinden suchen, die den Sitten derVölker und demjenigen, was man wirklich ausübenkann, gemäß uns ähnlich wären. Die übrigen Ab-handlungen des Plato, worin mit von der Staats-kunfi gehandelt wird, sind der Philoebus, Criton,Phädon, Gorgias und die beyden Alcidiades, worinPlato die falsche Staatskunst stürzet, und die wahreoder gute zu befestigen sucht. Auch der Timaus desPlato gehört hieher. Lcnophon in seiner Cyropadieund in andern Schriften gab auch gute Regeln derStaatskunst und zeigte noch mehr politische Klug»heit, als Plato; dieser zog die dcmocratische, aberLenophon die monarchische Rcgierungsform vor.Dem Plato folgte Aristoteles in der Staatskunst nach,der in seinen acht Büchern von der Politik dieseWissenschaft zuerst-kunstmaßig abfaßte oder in einSystem brachte. Aristoteles lernte die Grundsätze derRegierung durch eine genaue Bekanntschaft mit ei-nem der berühmtesten Höfe. Dem Aristoteles folgtLhcophrastus in der Staatskunst nach, der dem Kö-nig Cassander in Macedonicn und dem Ptolomaus,des Lagns Sohn, mit seinem Rathe beystand. Die.ser Ptolomaus hatte auch an dem DcmetriuS Pha-lcrcus einen klugen Ralhgeber. Auch Longius, dererste Staatsrakh, der Königin Zenobia in Asien,war als Staatsmann berühmt.
Bey den Römern zeichnete sich Cicero durch seine 6Bücher äe repudlicu, die bis auf wenige Fragmente
ver-