Band 
Siebenter Theil.
Seite
123
JPEG-Download
 

Strahlenbrechung. »2A

kommen. Diese Ablenkungen der Lichtstrahlen von ih-rem Wege und insbesondere die Größen der Win-kel, um welche die Gestirne der Brechung halberhöher erscheinen, führen den Nahmen der astrono»mischen Strahlenbrechungen.

Alhazen ist der erste, der in seiner Optik schon sehrbestimmt von den astronomischen Strahlenbrechungenredet. Er leitet ste davon her, daß die Materie derHimmel subtiler sey, als die Luft; er schreibt ihnendas Blinkern der Fixsterne zu, laßt sie die Gestirnehöher darstellen, und Sterne über den Horizont erhe-ben , die in der That noch darunter stehen. Er leugxnet endlich mit Recht, daß ste den Grund der schein-baren Vergrößerung der Sonnenscheibe beym Hori-zont enthalten, weil ihre Wirkung den Durchmesserder Gestirne am Horizonte eher verkleinern müsse.

"Erschlagt auch Mittel vor, ihre Größe zu finden,aber weder er, noch sein Nachfolger Vitello, gibtirgend eine Bestimmung dieser Größe an.

Bernhard Malther, ein reicher Bürger zu Nürn-berg (s rzo4), der sein Vermögen zum Behuf derAstronomie anwandte und die vom Johann Regiomon?tau angegebene Werkzeuge auf seine eigne Kosten ver-fertigen ließ, war unter den neuern der erste, der dieastronomische Strahlenbrechung untersuchte und be-hauptete , daß ste sich nur in der Nahe des Horizontsbefinde. Auch Möstlcin und vorzüglich Tycho de Brü-he untersuchten diesen Gegenstand genauer und mirbesseren Werkzeugen. Tycho irrte noch darin, daßer den verschiedenen Abstand der Gestirne in Erwä-gung zog, aber Keppler, der die Brechung schon bes-ser kannte, erinnert, schon, daß auf die Entfernung