r «4 Strahlenbrechung.
des Gestirns von der Erde nichts ankomme; er irrtaber darin, daß er der Luft bis an die Grenzen derAtmosphäre eine gleichförmige Dichte zuschreibt, wel-che irrige Vorstellungen vom Lichtkreise erst durch dieEntdeckungen des Torricelli, Pascal, Boyle undMariotte berichtiget worden sind. Der altere Cassinizeigte, daß die Brechung bis nahe aus Zenith merk-lich sey, und Richer's Beobachtungen zu Cayenne inden Jahren 167, bis 167^ bestätigten die Richtig-keit dieser Angaben.
Bouguer bewies durch seine Beobachtungen inPeru, dqß die Brechung in den höheren Regionenabnimmt, und daß also der Weg des Lichts in derThat eine krumme Linie ist. Der Abt dc la Caille er-fand eine neue sehr sinnreiche Methode, die Strahlen-brechung durch Beobachtu-ig zu bestimmen, und machteste '7LL bekannt. Picard erkannte schon l döy aus denMittagshöhen der Sonne, daß die Refraktionen imWinter und des Nachts größer, als im Sommer undbey Tage sind , welches von der Dichtigkeit der Luftabhängt. Tobias Mayer gab >7ZZ folgende allgemei-ne Regel an: die mittlere Strahlenbrechung für 23Zoll Barometerhöhe und 10 Grad Wärme verän-dert sich bey cz Lin. Veränderung des Barometersund bey 10 Grad Veränderung des reaumurischenThermometers , um den 22len Theil ihrer Größe.
Schon um die Grenzen der kalten Zone, wo eseigentlich noch keinen beständigen Lag geben sollte,wird doch die Sonne am längsten Tage durch die Bre-chung ganz über dem Horizonte erhalten. Dieses merk-würdige Phänomen sahe König Karl Xl. am >4tenAunius alten Styss, 1694 zu Lorneä und ließ es