1 Z 2 Strumpfwirkerstuhl.
vollkommen aus der Hand des Erfinders kam, daß esin mehr als anderthalb Jahrhunderten nur kleine Ver-änderungen und erst spater einige Verbesserungen er-hielt. Es ist zu bedauern, daß man den Nahmen desErfinders nicht mit Gewißheit melden kann. DieFranzosen geben vor, ein Franzos habe diesen Stuhlerfunden, der aber, weil er in Paris keine Belohnungerhalten habe, nach England gegangen und daselbstwohl aufgenommen worden sey. Viele Jahre nachherhabe ein andrer Franzos, Jean Hindret, welcherNahme doch nicht einmahl französich zu seyn scheint,den Stuhl in England gesehen und alle Theile dessel-ben so genau beobachtet, daß er ihn nach seiner Zurück-kunst in Frankreich vollkommen nachgemacht, unddarauf im Jahre i6§6 in Paris das erste Privilegiumzur Strnmpfwirkerey, und zwar nur in Seide erhal-ten habe. Leiblich sagt aber in einem Briefe an Bur-net: Huyghens habe ihm erzählt, daß der Strumvf-wirkerstuhl von einem Schotlländer erfunden sey, derneun Jahre mit dessen Vervollkommnung zugebrachthabe. Seine Liebe zu einem Mädchen, das eben sei-dene Strumpfe knuttete, soll ihm die Veranlassungzu dieser Erfindung dadurch gegeben haben, daß sielachend zu ihm sprach: sie glaube nicht, daß er, sosinnreicher auch sonst sey, ein Mittel, Strümpfe zuverfertigen, erfinden könne. Am wahrscheinlichsten istdie Behauptung der Engländer, daß William Lee, einMagister aus St. Johannes Collegio in Cambridge(der vielleicht aus Schottland gebürtig und mit jenemSchvttländer dessen Leiblich gedenkt, einerley Personwar) im Jahre iLgy den Strumpfwirkerstuhl erfun-den habe, wie wohl auch einige Engländer zugeben