Band 
Siebenter Theil.
Seite
169
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Tanzkunst. 169

des i6tcn Jahrhunderts, bey der Anwesenheit Lud-wigs Xll. ein Ball gegeben. Im Jahr iF< 5 r gabman zu Trident, dein König von Spanien PhilippII. zu Ehren, der sich bey der Kirchenversaminlungeinfand, einen schönen Ball. Diese Tanze sollenbis zu Ende des i6len Jahrhunderts in Italien ge-bräuchlich gewesen sey» er). Der Tanz, den die Fran-zosen Gagliarde, Gaillarde, Romanesque, dicJta-liäncr aber Saltarello nennen, wo man bald nachder Länge, bald nach der Ouecre des Tanzsaals,bald mit Schleifen der Füße auf der Erde, baldmit Capriolen tanzet, soll auch seinen Ursprung ausRom haben 55). Zur Zeit der Könige von Frank-reich Franz I. und Heinrich H. kamen die italiäni-schen Tänze mit den Königinnen Eleonora von Oe-sterreich und Eakharina von Medters nach Frankreich,und Margarethe von Valois, Tochter der Catharinqvon Medicis, gab dem jungen Adelcin Beyspiel,daß die vorher nur traurigen Ceremonien-Balle baldwirkliche Lustbarkeiten wurden rr). Die Franzosenerfanden die Menuetten, Gavotten, Bourrecn undKouranten; auch Beauchamp soll Erfindungen inder Tanzkunst gemacht haben uu).

Die Engländer erfanden die englischen Tänze.In der Mitte des Jahrs 1790 kam unter mehrerengroßen Familien in England eine ganz neue Artvon Lupus auf, bey Gelegenheit der Bälle, die siesich unter einander zu geben pflegen. Sobald inden zum Tanz bestimmten Sälen die Decken vomFußboden weggenommen sind, muß ein Künstler sel-bigen, vermittelst gemeiner französischer Kreide, mitallerley Blumen, Festons und andern Zierrathen