Toupet. " 26^
Turnus dem Aeneas vor, daß er seine Haare kräu-selte und parfümirte; und Homer erzählt, daß sichParis die Haare auf der Stirn in zwey Theile theil-te , die als Spitzen in die Höhe standen und alsogleichsam zwey Hörner bildeten; dieß wäre sonachdas älteste Toupet e). Auch Ovid gedenkt des ge-kräuselten Haares 5 ).
In Frankreich kam die Damenfrisnr unter FranzI. auf; sie bestand in vielen kleinen Löckchcn miteleganten Tocqucs und Federn. Unter den Köni-gen Heinrich UI. IV. Ludwig XU!. XIV. XV».durchstochien die Damen die Haare mit Perlen.Die Königin Margarcrha von Valois war die. ersteDame in Europa, die sich ganz in Haaren aufsetzteund zuerst Steine und Fcdcrbüfche hineinsteckte. Un-ter Ludwig XIV. fingen auch die Mannspersonenan, lange und frisiere Haare zu tragen ß).
In der Mark Brandenburg kamen die gekräu-selten Haare unter Churfürst Friedrich WilhelmsRegierung auf k).
Der Pcruckcnmachcr Chaumont in Paris erfandein neues künstliches Toupe, das aus einem Ge-misch von Biber - und Menfchenhaarcn besteht, unddas ohne Netz, vermittelst einer anziehenden Poma-de so gut auf der Stirn befestiget wird, daß esmit der Haut eins zu seyn scheint, und einem leich-ten entstehenden Pflaum gleicht i).
s) klom. 177. k^om. II. X. 468-
H0111. II. 176. 6) Virxil. XU. >. 100.
^ XI. v. Z8L' 0 OvicI. IVIet. I^ib. V.
V- ZZ Pandora 1788. 3. P. von Ludwig tu