Band 
Siebenter Theil.
Seite
297
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Turnauer Glascomposition. 297

rbern und schickten einen ihrcrFactoren, der durch listigeStreiche und Spukcreyen alle Menschen von sich ver-scheuchte, woher wohl das Mährchen vom Rübezahlin den dastgen Gegenden entstanden seyn mag. Her-nach wanderten die italiänischen Steinschneider ausItalien aus, daher sie auch keine Factoren mehr aufsRicsengebirge schicken konnten. Einige von diescnKünst-lcrn kamen zu Rudolphs Zeit nach Böhmen, undließen sich am Fuße des Ricsengebirgs in der StadtTnrnau nieder. Bald wurden aber die achten Edel-steine weniger gesucht, weil die Venezianer Glas-flüsse erfanden, die schwer von ächten Edelsteinen zuunterscheiden, und doch wohlfeiler waren. Dieß nö-thigte die Turnaucr Steinschneider vom Schleifenächter Edelsteine größtenteils abzugehen, und dafürvenezianische Glasflüsse zu bearbeiten. Für diesenrohen Glasfluß ging aber viel baares Geld fort,und man wußte auch dem Glasflüsse nicht alle Far-ben ächter Edelsteine zu geben. Die Turnauer Stein-schneider entfchloßcn stch also, entweder einen vene-zianischen Glasflußbrcnncr nach Turnau zu locken,oder dessen Verfertigung den Venezianern abzukau-fen, oder abzulauschen. Es begaben sich daher zweyBruder, Nahmens Fischer, nach Italien, die aberihre Absicht nicht erreichten. Doch brachten sie ei-nige chemische Begriffe mit nach Haufe, welche siezum Laborircn ermunterten, und mit der Naturdes Kieses bekannter machten. Auf diese Art leitetesie der Zufall auf die Erfindung einer Composition,welche sich vom Glase und Flusse unterschied, unddie unter dem Nahmen Turnauer Glas oder Stein»composition bekannt ist. Es ist eine weisse, durch-