Band 
Siebenter Theil.
Seite
321
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Turnikr.

f^ach Endigung der Turniere wurden die ausgestell-ten Preiße mit Sorgfalt und Billigkeit vertheilt,man sammelte in allen Banken die Stimmen, dieWaffen-Officiere, die beständig auf die Streiter ge-nau Acht gegeben' hatten, statteten Bericht ab, unddie souverainen Fürsten, die älteren Ritter machtenendlich den Sieger öffentlich bekannt. Oft wurdendie Damen und ledigen Frauenzimmer um ihr Ur-theil befragt, und zuweilen entschieden sie als ober-ste Gcbictherinnen beym Turnier über den Prciß.Traf stchs, daß er demjenigen Helden, welchen siefür den würdigsten hielten, nicht gegeben wurde, sobestimmten sie diesem einen andern, der für ihnnicht weniger rühmlich, oft noch schmeichelhafterwar. Auch in Frankreich wurde fast kein Turniergehalten, bey dem nicht eine Menge Menschen theilsim Gefecht verwundet, theils unter den Bühnen ge-drückt, theils von den Pferden zertreten oder vonrStaube erstickt wurden, Daher wurden nachherPrinzen, an deren Erhaltung viel gelegen war, vomTurnier ausgenommen, und der König Philipp Au-gust ließ so gar seine Söhne Ludwig und Philippschwören , daß sie ohne seine Erlaubniß an keinemTurniere Theil nehmen durften. Daß wegen dermit den Turnieren verbundenen Gefahr auch Bullen,Decrete und Bannstrahle der Päbste wider dieseSpiele erschienen, ist schon erinnert worden; derfranzösische Adel ließ sich aber dadurch noch nichtvon den ^Turnieren abhalten. Auf die Nachrichtvon der Niederlage der Christen in Orient verbothLudwig der Heilige diese Spiele auf zwey Jahre,und man unterließ sie wirklich. Bald nachher wur-Busch. Handb. d. Erf. 7. Zh. S