Band 
Achter Theil.
Seite
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4» Waid.

sie mit dem Waideisen in einem Sommer wohl dreybis viermal ab, dann werden sie gewaschen, getrock-net, in der Waidmühle gemahlen, z» Kugeln ge.formt und getrocknet. Diese Bälle dienen zu denBlauküpen der Färber. Durch Gährung und gehöri-ge Behandlung kann man aus den Waidblättern einefeste dem Indigo ähnliche Farbe herausziehe». InDeutschland ist der Waid schon seit vielen Jahrbun-dertcn , wenigstens gewiß schon im zehnten Jahrhun-dert zur Färberey gebraucht und zu dem Ende vor-nemlich in Thüringen mit dem größten Vortheile ge>baut worden. Um Erfurt war diese Cultur bereits imi?ten Jahrhundert allgemein, so daß die Erfurter imJahr r 290. auf den Plätzen der von ihnen zerstörtenRaubschlösser Waid ausstreuten, zum Andenken, daßErfurter da gewesen wären. Im Jahr i6i6 wurdenoch in Zoo Thüringischen Dörfern Waid gebaut,woraus man zusammen drey Tonnen Goldes iösete.Die letzte Zurichtung des gewonnenen und geballtenWaids war ein Stadtgewerb und ward, so wiederHandel mit dieser Waare, vorncmlich in Erfurt, Eo-tha, Langensalza, Länstädt und Armstadt getrieben,welche Oerter die fünf Waidhandelsstädte genanntwurden b). Herr Joh. Friedr. Otto in Gvtha hatr-788 entdeckt, daß der deutsche Waid blos eine durchCultur verbesserte wilde Pflanze des französischenWaids sey, von welcher die rechte zahme Waldpflan-ze, die bey uns weder gehörig bekannt, noch gebautworden ist, in manchen Stücken wesentlich abweicht.Sie wird in Frankreich gebaut and der unsrigen, dieman ebenfalls daselbst kennt, weit vorgezogen.