Band 
Achter Theil.
Seite
91
JPEG-Download
 

Wasserorgel. 9«

Erfindung gekommen sey. Einige halten dafür, daßzur Zeit des Ctestbius schon eine Windorgel vorhandengewesen sey, an der Ctestbius den Gebrauch des Was-fers anbrachte, welches dem zu starken Winde zumG gengewicht diente, woraus dann seine Wasserorgelentstand. Jene Windorgel soll eine Sackpfeife gewesenseyn, in der viele Röhren stocken; a» dieser schaffteCtestbius den mit Luft gefüllten ledernen Schlauch ab ,brachte festere Luftbehältniße an, und setzte der Luftdurch den Gegendruck des Wassers ein Ziel s). DieOrgel des Ctestbius hatte ein Register, und wurde mitder Claviatur gespielt; man findet ihre Beschreibungbeym Salmasius k).

Aus den so verschiedenen Beschreibungen, welchedie Alken von den Wasserorgeln geben, erhellet sattsam,daß es mehr als eine Art von Ä-asserorgeln gav. RächPhilons Angabe war bey einer solchen Orgel statt desBlasebalgs ein metallener Zylinder mit einem Kolben.Die Luft wurde in einen umgekehrten metallenenTrichter geblasen, und trieb das darin» am Bodenbefindliche Wasser in einen den Trichter ganz umschlie-ßenden Kasten durch die Oeffnung am Boden desTrichters heraus. Dadurch wurde die Luft, sowohlim Trichter, als im Kasten, wenn dieser ganz ge-schloffen war, zusammengepreßt, wie es etwa in denWindkeßcln der Feuerspritzen geschieht; man erhieltdadurch einen ziemlich gleichen Druck, und eben da-her auch eine gleiche Stärke deS Tons.

Die Beschreibung, welche Vttruv ein Zeitgenossedes Augustus, von der Wasscrorgel giebt, ist sehr dun-kel, worüber auch der Herr Superintendent Spouse!