222 Zauberlaterne.
Man hat lange darüber gestritten, wer der elgent,liehe Erfinder der Zauberlaterne sey. Ozanam b)meonte, Roger Baco, der im iHken Jahrhundert lebte,habe sie schon gekannt; aber es ist ungegn'ndet. Auchtrug man sich mit einer Erzählung, daß ein Km stierdem Kaiser Rudolf II. iy>?) alle Kaiser, von»Julius Cäsar an, in l'ebensgräße vorgesicllt habt, unddeßwegen für einen Zauberer gehalten worden se»;man weiß aber nicht, wie viel von dieser Sage wahrisi , und wäre sie auch wahr, so konnte jene Wirkungauch ohne Zauberlakerne hervorgebracht werden, wieaus den folgenden erhellen wird.
Andere haben geglaubt, daß I). Johann Faustschon Gauckeleyen mit der Zauberlaterne vorgenom-men habe. Daß ein Johann Faust zu den Zeiten desTrithemius (geb. 146s gest. rziy) gelebt habe, ist,wie aus den unten angeführten Schriften c) erhellet,ausser Zweifel; dieß kann man aus den Briefen desTritheniiuS p. 312 ersehen; auch schrieb ConradEeßner an den Joh. Crako (l,ib. I. epill. 1.), daßFaust nicht gar lange gestorben sey 6). Dieser Faustwar nicht einerley Person mit dem Buchdrucker die-ses Namens. Erst studirtc er Theologie, dann Me-dicin und wurde Doctor. Eine alte Erfurter Chro-nik meldet von ihm, daß er daselbst von der Univer-sität Erlaubniß erhalten habe, ein Collegium überden Homer zu lesen, in welchem er die Helden desHomers so deutlich beschrieb, als wenn er sie olle ge-sehen hätte. Da nun die Studenten schon gehört hak-ten, daß Faust unerhörte Dinae v reichten könne:so hätten sie ihn ersucht, die Helden des Homers auS