Zeichenkunst. 2,;Z
welche mit derFigur des Körpers Aehnlichkeit hatte s>.Anfangs ließ man die Umrisse der Figuren, wie siewaren; aber in der Folge zog man auch innerhalb des.Umriffes einige Linien und brachte Licht und Schat-ten an.
Man vermuthet, dass die Zeichenkunst in Egyppken,zugleich mit den Hieroglyphen, zur Zeit des HermesTrismegistus, ihren Anfang genommen habe; denndie Hieroglyphen bestanden aus Umrissen oder Figurender Thiere, die man mit einer Farbe ausfüllte undwaren also mit Farbe ausgefüllte Zeichnungen. DieEgyptier halten den Gyges aus Lydjen für den Er.finder der Zeichenkunst, welcher, da er einmal beymFeuer stand, seinen Schatten an der Wand sah undihn mit Kohle nachzeichnete. Auch wird der EgYP-ticr Philoclcv für den Erfinder einer Art der lincari-scheu Malerey gehalten.
Unter den Griechen soll die Zeichenkunst durch denmit Linien umzogenen Schatten eines Menschen, nachandern aber durch den Schatten eines Pferdes, ent-standen seyn. Man erzählt nämlich, daß Eorinthia,die Tochter des Dibutades, eines Töpfers von Sicy-on, der aber nacher zu Corinth lebte, einen Liebhaberhatte, der ste einige Zeit verlassen mußte; ste sann da-her auf Mittel, sich den Schmerz über feine Abwesen-heit zu erleichtern, und da sie seinen Schatten an derWand gewahr wurde, den das Oellicht einer Lampedahin warf, so reizte sie die Liebe, sich dieses Bildzu verschaffen; daher zog sie an der Wand eine Li üe,die dem Umfange des Schattens genau folgte und dießwar der Anfang der Zcichenkun st unter den Griechen