94 Faule der Schafe.
Patt daß sie lebhaft und glänzend seyn sollten; die Be-schaffenheit der Thränendrüse, welche ebenso blaß undbleich ist, wie die in dieser Gegend befindlichen Blut-Gefäße, welche schön roth und vollgefüllt seyn sollten;und endlich das Schwappern einer ergossenen Feuchkig.feit, welches man mit der Hand fühlt, wenn man anden Bauch schlägt, zeigt die Gegenwart dieser Krank-heit, doch schon im letzten Grade. Man erkennt, daßste vorhanden ist» wenn man, bey erwähnten Zeichenund Umständen, eine lockere weicheGeschwulst, wre eineWasserblase, unter dem Kinn der Scbafe wahrnimmt,welche die Franzosen Oourmerre nennen. D>e charac«tcristischen Kennzeichen sind, nach Hall und Mörrimer,die matten blossen Augen; die wankende Stellung derSchafe; die Mattigkeit derselben, welche alle Tage zu-, nimmt; die Unreinlichkeit der Haut; das leichte Losge-hen der Wolle; das blasse Zahnfleisch; der dicke Wein-stein auf den Zähnen; die Schwere der Thiere rc.
Bey der Oeffnung der an dieser Kraikheu gestorbe«nen Schafe, findet man allemahl die Lungen verdorben.Und inwendig mit Knoten und Wasserblasen auf derOberfläche besetzt. Oeftere ist die Farbe der Lunge, wel-che blaßrorh seyn sollte, schwarzgrün, und zwar durchdie ganze Substanz derselben. Die Leber ist ebenfallsangegriffen, und scheint der Hauptsih der Krankheit zuseyn; ihre natürliche dunkelbraune Blurfarbe har sich ineine gelblichblaue oder schwarzblauliche Farbe verändert,und aus ihrer festen derben Substanz ist eine weiche,leicht mit den Fingern zu zerreißende Masse geworden.Die Gallenblase ist schlaff, und enthält eine aufgelösete,wässerige, verdorbene Galle. Auf der Oberfläche derLeber findet man mehr oder wenige große und tiefe, mit-einer hellen Feuchtigkeit angefüllte Wasserblasen. Beygenauer Untersuchung ist diese Feuwtigkeit mi>chfor-big, und die häutigen Wände derselben widerstehen in»dessen dem Messer noch ziemlich stark. Die meisten dieser
Wasser-