Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
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Farnkraut.

Aus den wurzeln hat man ehedem, in theuernZeiten, Brod gebacken. In ein Weinfaß gehängt,sollen dieselben die Säure des Weins verhüten. DerBischof Gunner meldet, daß in Norwegen und Finn.land die Bauern von verschiedenen Farnkräutern, son«derlich auch von dem sogenannten Männlein, zur Herbst-Zeit die Wurzeln einsammeln, und mit solchen, zumahl,wenn das Heu mangelt, ihr Vieh, Rühe, Schafe undZiegen, füttern, auch der getrockneten Blätter statt desHeues sich bedienen. Man giebt sie auch den Schwei-nen, weil sie darnach fett werden.

Die Wurzel von allen diesen, doch sonderlich vonder ersten Art, hat einen bitterlichen, schleimichten, un-angenehmen Geschmack, und wird als ein Arzeneymit-tel wider verschiedene Krankheiten, sonderlich widerdie Verstopfung der Eingeweide, der Leber undMilz, die Würmer und Gicht, gerühmek. In Nor-wegen pflegt man die Wurzel mit Bier abzukochen, unddieses wider den Stein zu gebrauchen.

Der Frau Noufre in der Schweiß geheimes Mittel widerden Bandwurm ist nunmehr bekannt geworden, und bestehtin der Wurzel des Farnkrautmannlcin, davon 3 Qucnt aus ein-mahl gegeben, 2 Stunden darauf ein starkes Purgieimit-tel, ais: 8 csmmonium und Mercur. dulcis , von jedem 12Gran, und 5 Gran Gummi Guttu mit der Coni'ect. de hya-

cintho.

S. die Braunschw. gel. Beyw. v- 1 .1775, S. j"o.

Diese Wurzel haben schon Tragus, Spigel, auchnachher Andry, wider den Bandwurm empfohlen.

Der schleimige Saft der Wurzel soll bey verbrann-ten Gliedern nützlich seyn. Die jungen aus der Wur-zel treibenden Schößlinge kann man kochen und essen,um den Leib zu erweichen. Ueberhaupt aber kaun manbehaupten, daß die Arzeneykräfte dieser Pflanzen gerin-ger sind, als die meisten Schriftsteller angegeben.Daß die Weiber durch den Gebrauch der Wurzel un-fruchtbar gemacht würden, ist auch ungegründet, ob-