Fasson. 28r
In den wollenen Zeugfabriken, verstehet man unterfassonirre Zeugarren, die geblümten, zum Unterschiedevon den glatten und geköperten. In Ansehung derMittel, wodurch die Fasson oder die Blumen hervor-gebracht werden, gibt es zwey Arten faffonirker Zeuge.Denn die Blumen werden entweder bloß durch mehrereSchafte, oder durch den Zug verschiedener Schnürehervorgebracht. Weil bey den erstern die Schafte bloßvermittelst der Fußschamel mit dem Fuße getreten undbeweget werden, so nennet man diese Arbeit der geblüm-ten Zeuge Fußarbeir. Vermittelst der Schäfte laßensich zwar kleine, aber nicht große Blumen, gemeiniglichnur Würfel und andere kleine Figuren, die einen gerad-linigen Umriß haben, in einen Zeug weben. Insge-mein wird nur Calamank und Serge de Rome, vermit-telst mehrerer Schafte, geblümt gewebet, einige wenigeZeugarten ausgenommen, als: Struck, Prifciin rc.Bey den vollkommensten fassonirten Zeugarten werde»die Kettenfäden an solchen Orten, wo eine Figur ent-stehen soll, durch viele Schnüre erforderlich in die Höhegezogen, und hieraus ist die Benennung Zrmarbeikentstanden. Der Zug zu dieser Arbeit heißt daher auchZugstuhl, und auf einem solchen laßen sich größere undvollkommenere Muster weben, als mit den bloßen Schäf-ten bey der Fußarbeit. .Zu den gezogenen fassonirtenZeuqarten gehören: der gezogene Droguett, der Floret,
Von fassonirten oder geblümten Bändern, sie-he. Th. 111, ©. 497‘
Endlich wird auch das Wort Fasson oder fastonirk,bey den Kammachern voy dem Buchsbaume, Elfenbei-ne, Hörne, Schildkrötenfchalen, oder anderer Materie,gefaget, woraus sie die Kämme machen, nachdem siesolche völlig abgefeilet und dergestalt zugerichtet haben,daß weiter nichts daran fehlet, als daß sie nur noch die
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