Faulbaum. 299
Das Laub gibt, in Vermischung mit den Salze»,verschiedene Farben. Es soll dasselbe für die Ziegen eingutes Futter seyn; auch ist eS, seines schleimig-süßli-chen Geschmacks halber, dem Rindvieh angenehm, wiedenn auch die Kühe mehr Milch davon geben.
Im Schwedischen ökonom. Wochenblatt, GreifSw.1765, 8. erzählt Hr. C.'F. Quistberg, daß, als ihmauf einem Landgute von Mausen und Ratze» viel Scha-de, sonderlich am gedroschenen Korn, aufgehangenen har«.,ten Brod, imgleichen an Fischergerathschaft, zugefügetworden, er darauf gefallen sey, an statt der Fichtenstan-gen das Brod auf frische ungeschälte Faulbaumstangenzu hängen, und Zweige von Faulbaum mit dem Laubeüber dar Getreide in den Kornbehältnissen legen zu las-sen. Er that dies im Sept. und als er im Jänner desfolgenden Jahres wieder dahin kam, fand er das Brodgänzlich unangerührt; auch war nicht zu merken, daß zuden Getreidebehältnissen das geringste Ungeziefer gekom-men war.
Diese Erfahrung wird, eb. das. S. 194, durch dasjenige,was in Finland bemerkt worden, bestätiget. Da nähmlich dieEinwohner in dem nördlichen Theile von Satacunda-Häradauf ihrem Hvlzlande, weit in den Wäldern hinein, große Korn»Garben, oder, von ihnen so genannte Aumat, liegen hätten,und solche zum öfter» von Mäusen besuchet würden, so hätte sieNachdenken und Erfahrung gelehret, unter denselben Faulbaum»Zweige zu legen; und seitdem wagte sich keine Maus weiter, ih-nen Schaden zujufügen.
Wenn man in Pferdeställen in den Heuraufen über der Krip-pe die Stöcke von diesem Baume machet, so frißt, wie ma»sagt, kein Pferd von dem Heu, außer im höchsten Nothsall;dessen sich arglistige Wirthe zu ihrem Vortheile zu bedienen pflegen.
Eine Gärtner Erfahrung ist es bey uns in Deutschland,daß auch die Maulwürfe den Faulbaum nicht dulden. Stecketman in einigen Löchern ihres Aufwurfes auf einem QuartierZweige oder Stecken von diesem Baume, so werden sie nichtleicht aus solchem Quartier bleiben.