298 Faulbaum.
damit zum Färben angestellte Versuche, erzäblt Hr. D.Steuert, im 2 St. seiner Versuche mit einheiniischenFarbenmacerien zum Nutzen der Färberey, Altenb.
1776, gr 8« S 168 —>86.
In Südhalland färbet man die Wolle mit Faul«Baumrinde krapproth. Um Johannis schalen sie die-selbe ab, laßen sie ein Jahr lang trock- en, machen als-denn eine Lauge vonBüchenafti e,und weichen sies Tagelang hinein. Nachher thun sie die Lauge und dos Garnin einen Kessel, laßen ihn ein Pur Tage über dem Feuerstehen, ohne daß es kocht; und so ist es fertig.
Abhandl. der Rön. Schwer». Akad. d. wiss Band, <£■ 17s.
Die Heeren färben wollene und andere Zeuge grün,wenn diese vorher durch Bilkenlaub eine grüngelbe Far-be erhalten haben. Nehe und leinen Zeug zum Vogel-Fange werden an einigen Orten damit, wie mit derRinde gefärbet. Nach Strahlenbergs Bericht trocknendie Russen die Beeren, stoßen sie hernach ganz klein, undbacken selbige in Weizenbrod, nach Art unserer Torten.Oefters werden die Beeren für Kreuh - oder Stechdorn-Beeren (libamnus carbarricus) , aus welchen lehtern inden Apotheken der purgierende Kreuhdornsyrup verferti-get wird, verkaufet, daher man sich für diesen Betrugwohl zu hüten hat. Man kann sie leicht erkennen, wennman eine Beere aufmacht, und nachsuchet, wie viel Sa-men darin enthalten sind, indem die Beere de« Faul-BaumS nur zwey, die Skechdornbeere aber insgemeinvier Samenkörner in sich hat.
Aus den Samenkörnern kann man, nach demHrn. v. Haller, ein Oehl zum Brennen erhalten.
Der Faulbaum ist auch ein guterBienenbaum, undhat unter dem Nahmen des Bechners, hier zu Landevon je her das Zeichen gegeben, wenn man mit demFüttern der schwachen Bienenstöcke aufhören kann, si>bald er zu blühen angefangen. Die Blumen desselbengeben reichlichen Saft zum Honig.
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