Fayance. 319
dadurch den andern Fabriken den Debet abzugewinnentrachten, mithin ihrer Fayance sowohl eine schöne Gla.sur, und schön in die Augen fallende, und so viel mög«lich neumodische, Farben zu geben suchen, als auchden Preis so bestimmen, daß er den Preis der andernFabriken nicht übersteige. ,
Da alles darauf ankommt, die Fayance dem echtenPorzellan so ähnlich, als möglich, zu machen, so isteine gute weiße Glasur ein sehr wichtiger Punct beyden Fayancefabriken. Hierzu ist und bleibt nun einegute Zinnasche das hauptsächlichste Material. DieseZinnasche muß aber vollkommen rein, nicht mit demgeringsten Bleye verunreinigt, und bis zur höchstenWeiße calcinirt seyn; daher muß die Fabrik dieselbe al«lemahl selbst machen, weil die gemeine kaufbare Zinn-Asche fast niemahls ohne Vermischung mit Bley ist.Das zweyte Hauptmaterial sind weiße Kiesel, die imFeuer vollkommen ihre Weiße behalten, und, nachdemsie geglühet, und also glühend ins Wasser geworfenworden, zerstoßen und zu einem fast unfühlbaren Pul-ver zerrieben werden. Von dieser Zinnasche und Kie-selstaube nimmt man gemeiniglich von jedem r Theil,und von alkalischen Salzen z Theile, und reibet allesauf das alierzarteste unter einander. Diese alkalischeSalze können am besten aus Pottasche und Weinstein-Salz bestehen. Die Pottasche muß aber vorher gerei-niget, b. i. im Wasser aufgelöset, der unauflösbareBodensatz weggethan, die Solution filtriret und wie-der evaporirt werden; da man denn auf dem Bodendie beste gereinigte Pottasche hak. Will man unterdiese Materien noch einen halben Theil weißen krystalli-nischen Arsenik sehen, so wird man die allerbeste allent-halben gleichförmige Glasur haben.
Man hat gar nicht Ursache, sich vor der Schädlichkeit desArseniks «u fürchten, ohugeachtet man aus dergleichen Gesäßenißt und trinkt. Der.größte Theil des Arseniks verfliegt im
Feuer