Fayance. 325
»ob der besten Erfindung; ob man gleich eine Art von Geheim-niß daraus macht, und ihre innere Einrichtung und Bauartniemand sehen läßt, den man für fähig hält, die Beschaffen,heit eines solchen Ofens woh! inS Gedächtniß zu fassen, und beyGelegenheit wieder anzuwenden. Uebcrdicß sind diese Porzel-lanösen sehr große Holzsresser, und haben an Orten, wo sieschon lange im Gange sind, bereits große Wälder licht gemacht.
Es ist nicht leicht ein schicklicherer Ofen zu einer Fa>yancefabrik ausfündig zu machen, als der im X Th.S. 604. erwähnte, und vom Hrn. v. Iusti, im 3 B.seiner chym. Schriften, S. 365 fgq. beschriebene undabgebildete Coupolo - oder englische Wind - Ofen. DieGrößf der Hitze, welche dieser Ofen durch einen ganzaußerordentlichen Zug der Luft hervorbringt, ist fastunbeschreiblich. Der sehr hohe Schlott oder Schorn»stein, von 24 Fuß hoch,, wirket insonderheit diesen ge«wältigen Zug der Luft, und die dadurch entstehendeganz außerordentliche Hitze, welche kein gedoppeltes Ge«blase nur halb so stark hervorbringen kann. Es ist z»Wansbeck bey Hamburg, in Gegenwart vieler ansehn-lichen Kaufleute, mehr als einmahl die Probe gemachtworden, daß Kupfer in einem Schmelztiegel, der nurauf dem äußern Rande des innern Herdes gefetzt wor-den, innerhalb fünf Minuten in vollem Fluß gestandenhak. Wenn man nun bedenkt, daß das Kupfer dasallerschwerflüssigste Metall ist, welches vor einem dop-pelten Gebläse fast eine halbe Stunde Zeit bedarf,um zu schmelzen: so kann man sich die außerordentlicheHitze dieses Ofens leicht vorstellen. Dennoch wird, umdiese Oefen in eine solche Hitze zu setzen, nur wenigFeuerung erfordert. Ein berliner Scheffel Steinkoh«len ohngefähr reichten zu, diesen Ofen sechs Stundenlang in dem höchsten Grad der Hitze zu unterhalten.Man hat also gar nicht zu befürchten, daß dieser Ofennicht genugsam Hitze geben sollte, um die Fayance da-rin zu brennen. Denn, wenn man auch diesen Ofenmit Holz feuert, so entsteht doch ein eben so hoher Grad
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