Feder. 371
Zu gewissen Zeiten des Jahres verlieren die Vogelihre Federn, und bekommen neue, welches die tllstufcoder ^ederkrankheir genannt wird; siehe Mäuse.
Der Nutzen der Federn, ist, außer den Vögeln,auch den Menschen sehr crheb-lich. Zuvörderst ist dergemeine Gebrauch davon schon sehr groß, den man inBeeren, Polstern, Müßen u. s. w. machet, und der mitnichts ähnlichem, gleich leichtem, lockern, warmen, elasti-schen, reinlichen, dauerhaften, auch gleich wohlfeilen er-setzet werden kann. Darneben gebraucht man die grö-ßer« Schwungfedern zum Schreiben, zum Zeichnen,an deren statt man übermahl nichts fo bequemes, leich-tes und wohlfeiles hat. Nächst diesem nützet man siezu vielen andern geringern Absichten im menschlichen Le-ben, zu Pinseln, Zahnstochern, zu Härtung des Stah-les, Federballen, Pfeilen, u. s. w. Der Landmannmacht davon Arten von Wedeln und Fegen, das Ge-. kreide damit zu reinigen und von der Spreu abzuson-dern, auch die Sensenspieße zu besiedern. Die andernBenutzungen derselben, zur Bekielung der Claviere undanderer musikalischen Instrumente, in den Apothekenzum Filtriren, in den Zierrakhen an Köpfen der Mann«-und Frauenspersonen, der Müsse k. sind nicht minderwichtig, wie aus dem Folgenden mit mehrern zu ersehenseyn wird.
Bey dieser Gelegenheit muß ich eines besondernVorurkheils erwähnen, welches sehr gewöhnlich ist.Man bildet sich ein, daß Federn, die ein Pfer d etwazufälliger Weise verschlungen hac, dem Magendesselben große Beschwerden verursachen können; undes gehört mit unter die Marktschreyereyeti der Pferde-Aerzte, daß, wenn sie die Krankheit einesPferdes nichtznerrathen wissen, sie sogleich vorgeben, das Pferd habe mitdem Futter eine Feder bekommen. Unter dieser Ursachesind sie vermögend, dem Thiere das Leben abzusprechen,und wenn sie das Glück haben es zu curiren, so wird
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