Band 
Zwölfter Theil, von Fa bis Fet.
Seite
386
JPEG-Download
 

386 Feder.

Büschel. Da die Enden spitzig zulaufen, so machtman zuerst ein Büschel, welches dergestalt geordnet ist,daß die zusammengesetzten Federn eine Spitze bilden.Alsdenn setzt man von beyden Seiten dieses spitzigenBüschels wieder ein anderes, welche man mit einemFaden vermittelst einer Nähnadel an einander befestiget;und so fährt man fort, nach der Größe des Palatins,immer einzelne Büschel anzusetzen, und durch den Fa-den zu befestigen. Hierbey muß man beständig daraufbedacht seyn, daß das neue Büschel von Federn die Be-festigung der erster» bedecke, damit hiervon nichts zusehen sey. So wie man nun von dem ersten Ende, woMan angefangen hat, bis gegen die Mitte beständig zu-genommen, und die Breite des Palatins bis dahin ver-mehrt hak, eben so muß man von der Mitte nach demandern Ende auch wieder abnehmen, damit der Pala-tin seine gehörige Gestalt bekomme. Wenn derselbe soweit fertig ist, wird, um besserer Haltung willen, aufder untern Seite ein Band untcrgenahet, damit die Fe-dern sich desto weniger losgeben können. Manchmahlnahet man auch die Federbüschel, indem wanden Pa-latin verfertiget, gleich aufdas Band, welches die dop-pelte Mühe ersparet, das Band unterzunähen. Manmacht Palatine von verschiedenen Farben, besondersober röche, weiße und schwarze; doch werden letztereNoch am stärksten gebraucht.

Endlich gehören hieher auch die Federblumen, zuderen Verfertigung seit vier Jahren zu Berlin eine ei-gene Manufackur, so wie zu den so genannten italiäni-schen Blumen aus den Seidcngehäuftn (Cocons), er-richtet worden, deren Entrepreneur ein Franzose ist.In Frankreich blühet diese Kunst schon seit 20OJahren;denn schon zu Heinrichs IV. Zeiten, im I. 1599, er-hielten diese Künstler gewisse Privilegien, welche unterLuvewig XIII. und XIV. verbessert und vermehrt wor-den, so daß sie zu einer ordentlichen Innung angewach-