Fehl-Jahr. Fehl-Schnitt.' 423
bis zur letzten an Schönheit undMrPreise abnehmen.Die Türken, insonderheit die in Constantinopel, ver-brauchen ihrer eine erstaunliche Menge zu ihren Weste»,wovon sie aus einem Tausend ganzer Felle, nur eilfMachen, nähmlich 5 von dem Rücken, welcher, amschönsten und theuersten ist, und 6 vom Bauche oder* von der Wamme, welcher am wenigsten geachtet wird^Das Grauwerk, welches man in Frankreich zu sehe»bekommt, wird fast alles aus Holland oder England da-. hin geschickt, und treiben sonderlich zu Pariö alle Krä-mer und Kürschner Handlung damit. Erstere verkau-fen selbiges im Großen zu 100 Fellen -auf einmahl;Letztere aber verbrauchen es zu allerhand Futrerwerk,als: zu Strümpfen, Müssen, Mützen, Kamistler«,Futzsäcken, Bett-oder Nachtmänteln, Schlafröcken,Westen, Oberkleidern, u. s. w. dergleichen auch hierbey uns zu Lande geschieht. Die schwarzen Fehe»brauchet man auch zu Aufschlägen und Müssen.
. Sonst nennet man, wiewohl ganz unrecht, die Felle lvonden Kaninchen, woran das Haar ebenfalls so grau ist, daß rtdem wahrsll Grauwerke, oder dem von den Fehen, ziemlichbeykommt,. manchmahl auch Grauwerk.
Fehl-Jahr, in der Land-virchfchast, eist Jahr, .in wel-chem die Hoffnung, die man sich gemacht, fehlschla-get; ein Mißjahr.
Fehl-Schnitt, Fr. Lehspxaäe, heißt bey den Form-Schneidern, wenn das Stemmeisen, womit sie dieUmrisse einer.eingeschmktenen Form ablösen, einen ZugMit wegreißt.
Dieses geschieht, wenn entweder das Werkzeug in den Strichdes Holzes hinein gezogen wird, oder wenn dieser Zug bey derAbsonderung mit der Federmcsserspitze nicht genug bis auf denGrund ist abgesondert worden, oder wenn man mildem Stemm-Eiscn^u viel Weite von dem Hohe nimmt, oder auch, wennman nicht Acht hat, daß man mit dem Daumen der linkenHand den Daumen der rechten Hand, der das Werkzeug hält,unterstütze.
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