434 Feige.
mengten Geschlechtern gehört, wo die Geschlechter aufdrey verschiedenen Pflanzen wohnen. Dieser in derNaturgeschichte so merkwürdige Baum ist aus Astennach Griechenland und Italien, und von da unter dem- ..Julian nach Frankreich, und endlich nach und nach»n das übrige Europa gekommen.
5 Wenn touiü in den Büchern der Griechen und Römer, undin den Nciftbcschreibungcn nachülcht, so wird man finden, daß. der Fcigcnbgum zu allen Zeiten in Palästina gemein gewesen,. daß die Gurche» und Römer, denselben aus dem Orienr gehöhlthaben) und daß er von da narl: Italien gekommen lst. DieRömer haflen ihre Feigen von Chios z und von daizn-n hatte'5" man nur einen Schritt, wieder nach Palästina zu kommen-Dor des Cato Zeiten hörte man gar nichts von Feiaenbäumc»zu Rom, und sie kamen erst spät nach Gallien. L>cr KaiserJulian war es, welcher, als er damahls Vorgesetzter oder- Aandpfieger von Gallien war, dieselben nach Paris brachte, woer seinen Aufenthalt hatte. Ihm haben wir die'Erfindung, sie' im Winter mit Stroh zu bedecken, zu verdanken-.
Der wilde Feigenbaum war vermuthlich der einzige/ wel-cher vor alte» Zeiten in Italien, wenigstens ohneCultur gcwäch-. sen. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber verweilten die Lateinernicht, die bessern Früchte zu besitzen, welche in Asien, in dcniruropäischeu Griechevlande und in Africa gemein waren. Mankann aus der Zahl, welche PliniuS von denselben angibt, da-von urtheilen. Inzwischen ist aus der berühmten Stelle beym' Plutarch zu schließen, daß sie vor dem dritten punischen Kriegenoch nicht recht in Aufnahme gekommen sind. Als Cato be-fürchtete,
schon bey dem chrrfried Figo. Entweder hak die weiche,
' saftige Beschaffenheit der Frucht, oder auch ihre Größe undrunde Gestatt zu dieser Benennung Gelegenheit gegeben.
. Einem die Feigen weisen, d- i. cinrni mit geballter Faust
drohen, ist ein im Oberdeutschen üblicher, vermuthlich airsdem Ital- mostrar oder far le ficke ad uno, entlehnter Aus-druck, welcher von der Aebnlichkeit der Faust mir der Fruchtdes Feigenbaumes hcrgcuyiniiieii seyn soll. In, Sran. lautetdieser Ausdruck ktaeer >a fiigua, im Franz, tarra la undjm mittlern Lar. bey dem Lavpenrier Fickam tacere, undxicus . wo es aber auch ein Verhöhnen durch Aushe-bung des mittelsten Fingers bedeutet, und als eine Iniurieverbothen wird-
i