438 Feige.
der zahme Feigenbaum zu blühen anfangt, auch die Orniauf den wilden erscheinen, oder vielmehr schon einigeZeit gestanden haben, und die Mücken aus den Ornisheraus kriechen wollen, sammeln die Landleute diesewilde Frühlingsfeigen, und hängen ste, auf hölzernenSpießchen angereihet, auf d«e zahmen Feigenbäume.Aisvenn kriechen d«e Mücken aus dcnOrms heraus, uudstechen die zahmen Feigen, welche dann innerhalb 40Tagen zur Reife gelangen. Wird diese Zelt verfehlt,so fallen die Orni ab, und die zahmen Feigen bleibe»unreif, und fallen gleichfalls in kurzer Zeit ab. DieMücken von den Ornis kriechen am obern Theile in diezahmen Feigen, welche zu der Zeit etwa d»e Größe einerNuß haben. Wenn zu verschiedenen Zeuev dergleiche»Feigen geöffnet werden, kann man die Mücken darinherumkriechen sehen, und nachher wahrnehmen, daßselbige die Samenkörner anfressen, und sich barrn ver«bergen. Wenn diese, bald zur Reife gelangte Feige»geöffnet werden, kriechen die Mucken au» den Körner»hervor, und nachdem ste ihre Flügel abgetrocknet habe»,stiegen ste davon.
Hr. Godeheu, welcher auf der Insel Malta Versuche an«gestellt hat, Hai bemerkt: r) daß es zahme Feigenbäume gebe,welche, wie auch bey uns geschieht, in Einem Jahre zweymahlFrüchte tragen, bey welchen auch die ersicrn ohne Beyhülfe derCaprificakion , zur Reife gelangen, die andern aber selbigernicht entbehren könnten; 2) daß es Bäume gebe, die er wildenennet, die nur zu einer gewissen Jahreszeit Früchte tragen,und die Caprifteation nothwendig erjordenen: und 3) daß dieEapnstcation die Bäume schwäche, und selbige im svlgendeilJahre weniger Früchte trügen.
Ob bic Orni lauter männliche Blumen tragen, und die dar«aus kriechenden Mücken den männlichen Blumenstaub mit sichnehmen, hingegen die zahmen Bäume lauter weibliche Blume»tragen, und diese durch den männlichen Blumenstaub, welche»die Mücken zu und in selbigen bringen, befruchtet werden, istwohl noch nicht gänzlich erwiesen. Vielleicht ist die Muihma»ßuug, welche schon Tourneforr, und neuerlich dü Hamel ge«
äußert,