Feige. 437
Feigenbaums zu einer mehrern Größe, und tragt, wieEinige glauben, den männlichen Feigenftaub von denwilden, zu den weiblichen Blumen des zahmen, und be-fruchtet diese mit jenem. Dieses Verfahren wird dieLaprificarion genannt, und auf den Inseln des Archi-pelagus jährlich von den Einwohnern mit vielem Fleißeveranstaltet; zumahl hierdurch nicht allein die Frucht,oder vielmehr die Samen, zu ihrer Vollkommenheitgelangen, sondern auch die Früchte ungemein vermchretwerden. Ein Baum, der sonst kaum 25 Pfund reifeund zum Trocknen taugliche Feigen geben würde, gibtdurch diese Beyhülfe mehr als 280 Pfund.
Die Caprisication, oder Reifmachung der zahme»Feigen, war schon dem Aristoteles bekannt, undin neuern Zeiten haben Tournefort, St. Laurenk,dü Hamel, und Andere, davon geschrieben, so, daßjetzt diese Sache in ein völliges Licht gefetzt worden ist.Man unterscheidet im Archipelagus zwo Sorten vonFeigenbäumen, die"eine ist zahm und bringt Früchte,dle andere aber wächset wild. Letztere wird Caprificus,Fr. Caprifiguier, und in dem Lande selbst Ornos ge-nannt. Auf diesem wohnen die Jnsecten, welche denFrüchten des zahmen Feigenbaumes ihre gehörige Reifegeben. Der wilde tragt in Einem Jahre dreymahlFrüchte, welche von den Einwohnern mit verschiedenenNahmen beleget werden. Die ersten, körnig genannt,zeigen sich im August, und fallen im folgenden Mona-the, ohne reif zu werden, wieder ab; die zweyten, Crai-tires, erscheinen zu Ende des Septembers, und bleibenauf dem Baume bis zum Maymonach; alsdenn kommtdie dritte Art zum Vorschein, welche Orni heißen, unddie vorigen an Größe übertrifft. Keine von diesen Früch-ten werden reif; es erzeugen sich aber in allen zarte kleineMaden, die von dem Stiche gewisser Mücken entste-hen, welche ihre Eyer in dieselben legen, und nUt. al-lein um diese wilde Feigenbäume herum zu fliegen pfle-gen. Da zu der Zeit, im May und Junius, wenn
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