Feige. 453
Ich komme nunmehr auf bag Gckneiden der Fei.genbäume. Man schneidet diese Baume in dreyerleyAbstritt: theils des Wohlstandes, theils der Nothwen-digkeit,- theils der Früchte wegen. Wenn man siewachsen ließe, wie sie wollten, würden sie gar bald ei«schr schlechtes Ansehen bekommen. Denn, da derstärkste Trieb nach den Spitzen der Zweige gehet, sowürde man in kurzem kahle Zweige sehen , welche nuroben grünen, unten herum aber weder Blakt noch Fruchthaben. Es geschieht gar leicht, daß sie an 2 bis zKlafter hoch steigen; und wie wollte man so hochtrei-bende Bäume im Winker hinlänglich bedecken? Manmuß sie also nothwendig verkürzen, um ein Geschäsi zuerleichtern- welches sie unumgänglich erfordern. Daes hiernachst hauptsächlich darauf ankommt, daß mandie Sommerfrüchke zum Wachsthum bringe, weil dievom andern Safte mehrentherls nicht zur Reife gelan-gen, und hierzu kein ander Mittel dienlicher zu seyn schei.Net, alS ein wohl überlegter Schnitt: so siehet manleicht-, daß das Schneiden der Feigenbäume mit zu denvornehmsten Srücken ihrer Wartung gehöre.
MM darf sich keine Rechnung machen, die Fei«geUbSükie zu einer so schönen regelmäßigen Gestatt zubringen,- wie andere Obstbäume. Denn an diesenkann mdn die stärken Zweige so schneidet!, wie eö dieGestalt, die man ihnen geben will, erfordert, und darfnicht befürchten, den Früchten dadurch Eintrag zu thun,indem diese niemahls an den starken, sondern nlft anden schwachen Zweigen hervor kommen. Bey den Fei-genbäumen hingegen' ist eö umgekehrt; die Frttchtkommt hier nicht an den schwachen, sondern an den star-ken Zweigen. Da nun diese dem Baume dze Gestattgelten, und folglich an ihnen der'Schnitt geWhenmuff, wenn man ein-regelmäßiges, dem Gesichte an»ge'n-chmes Ansehen zuwege bringen will? so kanti' Mansich-ich voraus nichts'g^visser vdkMen, Mdtrßftnan
F f 3 mit