Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
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Glocke. IZ9

befinden, kostet nicht viel, und steht sehr sicher; nurist der Vortheil dabey in Acht zu nehmen, daß die Säu-len einen starken Zoll zu kurz geschnitten werden, dennUM so viel müssen sie alle unten schweben.

Bey Gießung einer neuen Glocke muß mansich größtentherls auf die Geschicklichkeit und Redlich-keit des Meisters verlassen. Denn, wenn man ihmallzu viel Vorschriften machen wollte, z. E. wie er daSMetall mischen solle, wie die Starke eines jeden Thei-les an der Glocke einzurichten, was für eine Form erder Glocke zu geben habe, und was sonst noch bestim-met werden könnte: so ist zu befürchten, daß er sichhernach, wenn die Glocke mißgerathen ist, entschuldi-ge, und alle Schuld auf die Vorschrift schiebe, derergenau gefolgt ist, dadurch aber, weil man ihm seineFreyheit nicht gelassen, sey es geschehen, daß die Ar-beit nicht gerathen ist. Doch ist ihm in dem zuschlie-ßenden Äccord aufzugeben, daß die Glocke kerneSchiefer haben dürfe, denn dadurch wird der Klangunrein und klirrend, auch gehen solche Schiefer ab,wie denn wohl öfters ganze Stücke zum Nachtheil derGlocke heraus fallen. Hrernachst muß der Meisterversprechen, daß der Klang nicht dumpfig, sondern hellausfallen solle. Bey beyden Proben kommt es auf*ine gute Mischung des Metalles, imgleichen daraufan, daß das Metall bey dem Guß gut geschmolzen sey.Ferner ist bey den Glocken auf die Harmonie de« Klan,ges die Absicht zu richten, und ein geschickter Meistermuß im Stande seyn, eine Glocke genau nach dem ihm«»gegebenen Ton einzurichten. Dieses ist vornehm-»ch alsdenn nöthig, wenn zu den alten schon vorhan-'®?nen Glocken eine neue gegossen werden soll. Derden jede Glocke haben soll, ist in den Contract zuletzen; und der Meister muß dafür stehen, daß dieblocken den verlangten Ton wirklich haben.

Sowohl.