Glocke. 167
Man hatte ferner eine Freudenglocke, bey Bekannt-machung fröhlicher Begebenheiten. Bey öffentlicherTrauer ward keine Glocke gerührt, wie auch in derMarterwoche nicht, da die Stricke der Glocken obenüber die Glocke in die Höhe geschlagen wurden, welche-SuccincHo campanarum hieß. Ferner: Campanabannalis, oder die bürgerliche Gemeindeglocke, wel-che gezogen wurde, wenn man sich aus einem gewissenBanno oderDistrict zu bürgerlichen Geschäften, Steuer-Abgaben, Gemeindeberathschlagungen u. d. gl. versam-meln sollte. Die Gchandglocke, unter deren Läutunzein Friedensstöhrer und anderer ercvmmunicirter gro-ber Verbrecher des Landes verwiesen wird. Ferner,die Feyer- oder Feyerabend-Glocke, s. Th. XIII, S.257 , werrcrglocken ; heil. Abendmahlglocken,denn Gregorius lX verordnete, daß bey der Cousecra-tion des heil. Abendmahls mit einer Glocke geläutet wer-den sollte^
Die heil. Abendmahlglocke ist nichts anders, als waswan im Papstthum nach das wandelglöcklein nennet, wcl»
1 ches man selbst in einigen protestantischen Kirchen noch beyde«hält, und damit klingelt, wenn der Prediger die Worte derEinsetzung des h. Abendmahls: Dies ist mein Leib, dies istM"in Blut, eben ausspricht: wobey denn nur die Absicht ist,daß die Gegenwärtigen auf dieseHaupkwotte, worauf die ganzeKraft dieser hochheiligen Handlung beruhet, besonders Achtgeben sollen. Im Papstthum hat diese Glocke den Nahmen^andelglocke, von der vorgegebenen Verwandlung des We-nns des Brodes in die Substanz des Leibes Christi, bey derEonsreration. Sie kam im igken Jahrhundert zuerst in Cöl»g°s, und mußte bey der Emporhcbung der eonsecrirten HostieEutet werden, damit alle, die es höreten, alsden» nieder-nelen und die Hostie anbettten.
Endlich hat man auch die -Lärm- oder Srurm-Dlocken, durch deren Anschlag Lärm, d. i. ein plöHli-Her Auflauf erreget wird; dergleichen die große Glocke
Gent im östreichischen Flandern ist, welche ncoo^und schwer ist, und Roland genannt wird; fie
L 4 hangt