Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
Seite
185
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Glocken-Spiel. 185

öem Glvckrnschlage von selbst geht/ theils an stverlichen Ta-gen, von dem Glockevspieler, oder so genannten Glockeuiften,gemacht wird. Man tindet dergleichen beynahe in allen hol«'ländeschen Städten. In Amsterdam findet man 8 große,uähmltch 7 »» Kuchen, und i auf dem Rathhause; außerdiesen aber noch euiige - kleinere. Utrecht hat 2, wovon baOgrößte auf dem Dome 2 große Läutglocken im Basse hat, da-von eine ungefähr 40 Schiffpsund wieget. In D-Ist ist daskostbarste, und in Antwerpen findet man zwey in Einem Thür«

welche zusammen 75 Glocken haben- Daß aber die Hol»länder die Musik nicht recht verstehen, solches kann man andiesen Glockenspielen erkennen. In den Psalmen oder Liedern,tvclche sie spielen, ist gar keine Melodie, nicht einmahl ein^act. Es ist ein beständiges Geklinge, wovon man nichts ver-geht, und wovon die Ohren einem zuletzt wehe thun. DieGlockenspiele in den brabantischen Städten spielen besser, und>cne könnten mit leichter Mühe auch besser eingerichtet werden.Ueberhaupt werden in den vereinigten Niederlanden zoo großeGlockenspiele gezählt; und in England hat man noch weh-ere. In Schweden hat man auch eins in der deutschen Kir-che zu Stockholm.

Die Menschen auch außer Europa, haben schon längst ausdem Tone der Glocken eine Musik zu machen gesucht- (Ein.woscovitischcr Großfürst, Theodor Fedorivanowitzfand sein größtes Vergnügen darin, wenn er aus die Thürmeneigen, und mit den Glocken Lärm machen konnte- Dam«vier hat auf der philippinischen Insel Mindanoa gefunden,daß bey der Tafelmusik des dortigen Königes 16 Glocken gc»standen, aus welche man zum Accompagniren mit hölzernenDrüben geschlagen. Von den Chinrsrrn ist es bekannt, daßsie an die vielen Absätze ihrer Thurme unzähliche kleine Glo«hängen, welche der Wind läutet, und damit ein bcstündl«ge< Getöse macht.

f Man hat sünferley Arten von Glockenspielen. .Diessdößte und schönste Art wiegt, alle musikalische Spiel-flocken zusammen genommen, 36000 Pfund; siestkht drey Octaven durch, enthält 36 bis 40 Spielglock-en , und durchläuft das Clavier vom tiefsten Orgel c,Zuweilen bis in das dreymahl gestrichene f. Man^ennt dieses ein Glockenspiel von a Lhorron. DieM 5 zwey-