Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
Seite
189
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Glocken-Spiel. J89

die Regierungskammer, auf deren Boden eine Menge rlser-r>er, ein wenig beweglicher, Winkelhaken steckt, durch derenköchcr der perpendikulär herauf kommende Droht horizontalSeht, um die noch höher liegenden Glocken bequem zum An-ich'age zu bringen. Zu den kleinen Glocken sind hier noch be-sondere Hülfsscdcrn von Messingdraht an den Winkelhaken an-gebracht, um den langen Draht, welcher dem kleinen Hammertu schwer fallen möchte, wieder nach dem Schlage geschwindeiUrück zu ziehen.

Noch ein Stockwerk höher befindet fich das Spielcabinet,Und über diesem hängt der daselbst offene Thurm voller Spiel-Glocken. Einige dieser Glocken find mit zwey Hämmern ver-sehen. Die auswärts angehängten und beygefügten Hämmcrscklaqen unten an den Rand der Glocken an; und eine solcheSpielalocke gibt an allen ihren Kreisen nur einen einzigen Ton-Die Glocken hängen Ms drey Seiten des Thurmes vertheilt.Die größte» hänge» mitten im Thurme über dem Spielcabinet,die andern an den Seiten des Thurmes herum; alle aber un-lcr dem Verdecke gegen den Regen. In allem besteht das ber-linische Glockenspiel aus 35 Glocken, welche -n sechs verschie-denen eisernen Balken (Bolzen), die der Quere nach zwischensechs großen Hauptpseilern, und unter sich parallel, stecken,in zwo Reihen über einander hangen. Jeder Bolzen, der sieträgt, ist 4 Centner schwer. Da hier eine Stimmung höchstbeschwerlich seyn würde, so hat man sie schon im Gießen undDrehen genau aus ihren Ton gestimmt, welchen sie nicht wie-der verlieren, es sey.denn daß sie der Frost oder Schnee dump-fig machte.

Die Walze oder Nokeotrommel ist 50 Centn. schwer, unddas ganze Uhrwerk wiegt! drittehalb hundert Centner. Es be-findet sich bey diesem Glockenspiel eine doppelte Regierung; eine,Welche bjx von selbst treibt; die andere, welche aus demLaviere im Spielcabinet verrichtet wird, und durch die Fäustedrs Glockenisten auf dem messingenen Claviere, bloß durch das^"liehen der Glockenklöppel geschieht. Zu dieser Absicht hängt°er Klöppel in den Glocken nicht mitten herab, sondern wirdvurch Draht seitwärts, drey Querfinger vom Glockenranve^tfernt, angezogen, und so in der Spannung erhalten, indemdiesen Kiöppcldraht wie eine» spitzigen Winkel bieget, anzwey grgxn einander über stehenden Wänden fest spannet, und"" der Mitte des Drahtes einen Ring mit einem Drahte ge-rave herab lausen läßt, welchen man durch einen blechernen

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