Band 
Neunzehenter Theil, von Glau bis Gra.
Seite
463
JPEG-Download
 

Gold-Arbeiter. 46z

einander nicht bestehen könnten. Nur in großen^kadten pflegt ein jeder von den gedachten drey Pro-sessionisten bey seiner eigentlichen Arbeit zu bleiben.

Die Lehrburschen der Silberarbeiker oder Gold-schmiede lernen in manchen Städten 6 Jahre, undbezahlen ioo Rchlr. an Lehrgelde. In Berlin wirdDiese Profession in 7 oder 8 Jahren erlernt, ohne ein^yrgeld auszumachen, und es erhalt dagegen der Lehr«Bursch, wenn er als Gesell losgesprochen wird, vonDem Lehrherrn, wenn man sich beyderseits darüber ver-Zachen hat, Wäsche und Kleid zum Antritt seiner Ge-lellenstandes. Das Wandern der Gesellen ist nichtAllenthalben eine Schuldigkeit; nur in Bremen, Dan-H und einigen andern Orten, besteht man auf eineDl'eyjährige Reise, die man als Gesell gethan haben^»ß. Die reisenden oder ankommenden Gesellen be-^Mrnen kein Geschenk. Die Gesellen arbeiten in denWerkstätten nach den fertig gemachten Stücken, oderWochenweise. Sie treiben im Sommer von 6 UhrMorgens, bis 6 Uhr des Abends; in den Wintermo-^athett von 8 ju 8 Uhr, ihre Geschäfte. Sie fan.

die Lichtarbeiten 14 Tage nach Michaelis an, undxören mit dem Fastenabend auf. Ihr Wochenlohnbelauft sich von 1 Gulden bis zu Z Thalern. Augs-gibt dem angehenden Meister einen getriebenen. °kal zum Meisterstück auf. In Berlin wählt sichA jeder eine Probe, die er selbst zu »nackten wünscht.Wer also in dem Amte als Lehrherr erkannt zu werdenerlangt, legt daselbst seinen Lehr- und Geburksbriefledrr, er erklärt sich über die Arbeit seiner Probege-1* r*' unö nemtt den Lehrherrn, unter dessen Augensie zu verfertigen begehrt. In einem Vierteljahreer damit zu Stande kommen, da er sie denn öf-x« Ellch 'M Amte vorzeigt, und mit zvRthlr. Eintritts-geld empfiehlt.

Bey