Gram. Gramatelle. 699
ft» verbundene Abneigung gegen eine Person oder Sa-che empfindend; da es denn die dritte Endung der Per-son erfordert. Einem gram seyn , oder werden.
(der) L. Moeror, Fx. Chagrin, Dcplüisir,Ennui, 1. Eine anhaltende mit Widerwillen oder Un-^illen verbundene Abneigung gegen eine Person oder^oche, ein geringerer Grad des Grimmes; in wel>cher Bedeutung es aber im Hochdeutschen veraltet ist.»Denn Freunde einander feind werden, so bleibt derDrain bis in den Tod, Sir. 37, 2. S. das vorigeund Grämen 1.
. 2. Ein höherer Grad der anhaltenden BetrübnißÜber ein Uebel. Ihr Auge verrath seit einiger ?eirEinen heimlichen Gram. Seinem Grame nach hau-Sei,. dem (Bratne verzehret werden.
Von den für die Gesundheit schädlichen Folgen desBrames, siehe im Art. Traurigkeit.
. In beyden Bedeutungen drückt eS freylich zwey sehr ver-lchiebese tzeideuschaftcn aus; allein bey der ersten Armuth dcrSprache wa, es nichts ungewöhnliches, twey verschiedene~ ln 9C wenn sie nur in einem dritten oft zufälligen UmständeV "«ander überein kamen, mit einerley Nahmen ro belegen.
Entstellung der Gesichtsjüge scheint hier dieser dritteUmstand»u seyn. Siehe Gramlich,Griesgrammen,Grimm ».Harm.
.. Daher gtänren, 1. zum Zorne reißen, Schwed.ein im Hochdeutschen unbekannter Gebrauch.2. Gram, d. i. einen höhen, Grad der anhaltenden Be-krubniß empfinden, als ein Reciprocum. Sich über«n Etwas gramen. Sich zu Tode grämen.«>s ein Activum, Gram verursachen, ist es im Hoch-Deutschen gleichfalls ungewöhnlich.
^Macelle, (die) in einigen besonders oberdeutsche»hegenden, ein Nahme der kleinen vielfüßigen Krebse-ohne Scheren, welche auch Garnelen genannt wer-»kn. Siehe sffeerkrebs, im Art« Bpebs.
Gramen,
«turnt, gebraucht wird, welches vermuthlich auch die ersteBedeutung des deutsche» Wortes gram ist, so daß es zimjchst-udem Giichlcchre des Wortes Grimm gehört.