Hafen. 2S
wo die Durchfahrt dermaßen gefährlich ist, daß dieSchiffe, wenn sie durch die Gewalt der Fluch oder derWmde forkgeriffen werden, ihren gewissen Untergangdaselbst finden. Weil nun in dieser Meerenge öftersnicht fortzukommen ist, fo haben die Alten sich die vor-theilhafte Gestalt der sicilianifchen Küste, in der Nahegedachter Mündung, zu Nutze gemacht, und den Ha-fen bey Messina angeleget, damit die Schiffe daselbstbedeckt lägen, und die günstige Zeit, diese fürchterlicheMeerenge zu passieren, erwarten könnten. Weil sieaber auch wußten, daß die Schiffe, bey stürmischerSee, diesen Hafen nicht allezeit erreichen konnten, in-dem sie durch andere mehr entfernte Meerströhme indie größte Gefahr geriethen: so legten sie, zur Zu-flucht für dieselben, noch einen andern Hafen, 8 Mei-len wert davon, an eben derselben Küste, gegen We-sten, in einem kleinen Meerbusen, welchen das Vor-gebirge von Melazzo machet, an, auf welchem dieStadt und das Schloß gleiches Nahmens stehen. Ge-gen Osten hat der Hafen zu seiner Bedeckung eineHalbinsel oder Erdzunge, welche so gestaltet ist, daß sieihn auch gegen Norden bedecket, wo er nur durch ei-nen Molo hat verlängert werden dürfen, an dessen En-de das Schloß St. Salvador steht, welches, nebst denBatterien in der Stadt, den Eingang darein schützet,wie denn auch die nach heutiger Art angelegte Citta.belle nach allen Seiten zu defendiret. Es erstreckt sichdieser Hafen, langst der Stadt hin, beynahe ijooToisen in der Länge, und 600 in der Breite, und hatüberall vortrefflichen Ankergrund.
Der Hafen zu Rhodus, Hauptstadt der Inselgleiches Nahmens, am mittelländischen Meere, un-weit der Küste von Natolien, von der sie durch einenCanal oder eine Meerenge, welche 7 Meilen breit ist,abgesondert wird, hat wegen seiner Pracht, und we-gen seines berühmten Colossus, ein großes Aufsehen inB 5 der