68 Haftn.
Schiffe sehen in der Ferne nichts, als einen dunkelnStrich, und schließen daraus, wie auch aus den krau-sen Wellen, daß sie dem Lande sich genähert haben, undalödenn müssen sie den Hafen erst mühsam suchen. Siekönnen sich auch des Windes und des an Ufern insge-mein hinfahrenden SeestrohmeS nicht sicher bedienen,das Ziel zu treffen. Sind sie erst einmahl vor demLandungsorte vorüber, so müssen sie durch einen gro-ßen Umweg wieder zu demselben zu gelangen suchen.Die Surinamfahrer z. B. haben sich längst verirret,wenn sie die surinamische Küste gerade vor sich haben;die Gewalt des Mecrstrohmes treibt sie alsdenn gemei-niglich nach Westen hin, und sie müssen hernach durcheinen Umweg von hundert und mehr Meilen wieder öst-lich diese Küste zu erreichen suchen.
Bey dieser Gelegenheit muß ich einer besonder»Gattung von Häfen'erwähnen, die eine sehr langeEinfahrt haben. Diese sind im Grunde nichts'an-ders, als Fluß-und Sirohm-Hafen, welche in dieSee hinein steigen, und besonders an der Ostsee anzu-treffen sind. Denn, wenn fahrbare Ströhme sich indas Meer ergießen, so verlieren sie gar bald die Kraft,den Sand bis in die Tiefe fort zu schicken, daher ver-sandet sich in ihrer Nachbarschaft die Küste, und ditSeeschiffe, wenn sie auch noch so wenig Fahrwasser nö-thig hätten, können nicht einlaufen, bis sie entwederdurch Lichter in die Höhe gehoben werden, oder mit gro»ßen Unkosten den beträchtlichsten Theil ihrer Ladungmit Bothen zum voraus an das Land gefetzt haben.Um nun wenigstens eine Fahrbahn für diese Schiffe z»eröffnen, werden vomStrohme oder vonderKüste aus,zwey Seedämiiie parallel neben einander gebauer, wel-che durch dos in demselben fortrauschende Flußwassttvon Zeit zu Zeit ausgefeget und verliefet werden.
Diese Fahrstraßen müssen zuvörderst lang seyn; den»die. Straße muß so tief in den Seestrand hinein rei-che»,