Hafen. 71
der'Seitenwände ihn zu früh schwächen dürfte. End»lich werden zu beyden Seiten der Mündung zweySchenkel L und U angehänget, welche verhüten, daßdie Brandungen den Sand nicht zu weit Vorwerken.Auch legt sich der von dem Flusse der See entgegen ge»schickte, durch ihren Widerstand aber seitwärts wiederzurück gejagte Sand hinter diese Schenkel, wie hinterBuhnen, an, und man hat Beyspiele, daß solche Stra»ßen sich zuletzt gar verlanden, Eben dieses wünschtman. Denn, so bald dieses geschehen ist, hören dieschweren Reparaturkosten auf, die Dämme stehen nichtmehr in Gefahr von dem Meere zerrissen und zertrüm-mert zu werden, (welches beydes oft genug geschieht,zumahl wenn sie von Holz gebauet werden,) und derStrohm fällt unmittelbar in die tiefe See hinein.
Endlich muß ein Hafen auch seilte Schiffe gegenSturm und wellen beschirmen. Diese Eigenschaftist um so viel nöthiger, weil die beherbergten Schiffesich unter einander selbst zertrümmern würden, wennder Sturm sie vom Anker reissen, in einander jagen undein Schiff auf das andere werfen könnte. Schiffe, wel-che mitten im Haftn von Stürmen heimgesuchet wer-den, schweben in weit größerer Gefahr, als diejenigen,die sich auf dem Meere mitten in den Wellen herumtummeln, und vermittelst der sich den Wellenentziehen können.
Gegen Sturmwinde sind die rings um den Hafenbefindlichen Anhöhen, ja selbst die hohen Stadtgebäu-de der sicherste Schutz. Die alten Völker umgaben indieser Absicht ihre Häfen mit hohen Mauern, von wel-chen herab sie sich zugleich gegen den Angriff feindlicherFlotten wehreten. Uns würde die Einfassung der Hä-fen mit Mauern ebenfalls zu Statten kommen, abernur gegen den Wind; bey einer feindlichen Kanonadehingegen dürften sie den Schiffen gefährlich genug wer-den. Wie würden die abgeschossenen Steine im Ha-
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