Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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^Hafer-Wurzel. 93

Holl. Boexbaert, Engl. Goats • beard, bekommen.Wegen des milchichten Saftes, welchen die Wurzelenthält, wird sie auch Hafermark und -Hafermilchgenannt. Linnö führt n Arten an, von denen fol-gende drey die merkwürdigsten sind.

i. Gewöhnliche Garren-^aferwurzel mirblauen Blüthen, Artifi (eigentlich Arctvivi, d. i.«p» vivum, ein lebendiges oder aus der Erde wachsen-des Brod,) Tragopogon purpureo coeruleum. porrifolio, quod Artifi vulgo C. Bauh. Tragopogon pu-niceum Gern. Tragopogon purpureum Gerard &Bester. Tragopogon porrifolium, calycibns corollaeradio sesquilongioribus, foliis integris ftrictis, pedun-culis luperne incrafiatis Linn. Fr. Salfifix communoder blanc, Salsifis, Engl. 8altaky Die ganze Pflan-ze, insonderheit die Wurzel, enthalt einen milchichtenSaft, welcher nichts coriosivifches, wie einige anderelaccescirende Pflanzen mit sich führt, sondern vollkom-men süß ist, daher die Pflanze von Einigen auch Güß-Ung genannt wird. Sowohl die jungen Sprossen, alsdie Wurzeln, sind eine angenehme Speise und eingutes Nahrungsmittel. Jene werden im Frühlinge,wenn sie 4, höchstens 5 Zoll hoch sind, über der Erdeabgeschnitten, und wie Spargel zugerichtet. DieWurzeln werden entweder roh wie Salat, oder gekochtgenossen. In dieser Absicht werden dieselben, wenn siestark und groß geworden, und ihre längsten Blätterverwelkt sind, ausgehoben, gereinigek, die Fingers langgeschnittenen Stücke gespalten, gekocht, von der Hautbefreyet, und mir Salz. Butter und Gewürz zugench.tet, oder an Hühner, Lammfleisch und andere Speisengekochet. Diese Wurzeln bleiben aber nur ein Jahrzur Speise gut; denn wenn sie in dem zweyten JahreSamen getragen haben, verlieren sie ihre Milch, undwerden holzicht, und unbrauchbar; wiewohl alsdcnndoch die Samenschossen zur Speise genutzet werden kon.