Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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Hafer-Wurzel. 95

nach die Pflanzen, wenn sie zu dicht stehen, nur in denReihen selbst verdünnen, welches bey weitem nicht soViel Mühe verursachet, als wenn man sie verpflanzt;zu geschweige» , daß die unverpflanzt gebliebenen auchlängere und schönere Wurzeln bekommen.

Will man sich dieser Wurzeln im Winter bedienen,so muß man, so viel man davon nöthig zu habenglaubt, gegen Ende des Decembers ausziehen, undin ein Gewächshaus in kalten Sand, oder in einen iinGarten zu dieser Absicht gemachten Graben, welchenman während des Frostes sorgfältig bedeckt, setzen.Man laßt so viel, als man zum Samentragen bestim-met, stehen; und wenn man befürchtet, daß die Wur-zeln durch den Frost seiden möchten, bedeckt man denPlatz mir dürrem Laube. Das Kraut verdorret denWinter über gänzlich; so bald aber der Frühling an-geht, kommen die Blatter wieder hervor; und a!s-denn muß man sie ein wenig behacken: so wird in kur-zer Zeit der Stängel treiben, und im Julius der Sa-me reif ftyn. Auf jedein, die Größe eines Haferkor»nes habenden, Samenkorne sitzt, wie auf dem reif wer-denden Salat-Samen, eine, jedoch nach Proportiongrößere, weiße Wolle. So oft sich nun, den Tagüber, eine Samencapftl öffnet, muß sie so fort, ehedie Vögel den Samen fteffen,.oder der Wind denselbenwegführt, abgenommen werden. Wenn man alödenndie Wolle davon reibet, ist der Same so fort rein.Die dünnern, eine etwas weiße Farbe habenden, undsich von den guten leicht unterscheidenden, untauglichenKörner, deren sich fast in jeder Samencapftl einigesindcn, und welche die Samenhändler, um ein destogrößeres Gewicht zu bekommen, nicht absondern, magman alsdenn so fort wegwerfen.

Ei« Mttle«, daß der Wind ihm nicht so viel Schaden thunkann, bestcht auch darin, daß man die Kövle, wenn sie gelbju werden anfangen, bis auf den Samen mit der Schere glatt

abfchnei-