Ii8 Haft.
die ausgezogene weiße Haut überall, insonderheit anden frisch getheerten Schiffen, haften oder kleben laßt,so soll es von diesem Umstände den Nahmen Haft er-halten haben. Die Larve, oder der Wurm, aus wel.chem sie entstehen, wird vor ihrer Verwandlung gemei-niglich Fifchaas oder Uferaas genannt, weil man- diese Thierchen, welche sich bis zu ihrer Verwandlungim Wasser aufhalten, häufig an dem Ufer der Flüssefindet, und sich ihrer als eines Aases oder Lockspeise be-dienet, uin damit die Fische zu fangen, in welcher Ab-sicht man sie nicht sowohl an die Angel steckt, weil siezu klein sind, sondern an Orten, wo das Ködern er-laubt ist, in Garnsäcken und Reusen gebrauchet.Nach der Verwandlung bekommt das Jnsect den Nah-men geflügeltes Uferaas, oder Uferaas-Fliege.Die eine und die andere Art davon, wird von unsernFischern bald Marzmücke oder Maymücke, baldAngst oder Anst genannt; welche Benennungen vonder Zeit, in welcher sie zum Vorschein kommen, ent-lehnt sind. Die Art, welche zeitig im Frühlinge er-scheint, ist die so genannte Märzmücke, Ephemeravulgata Liun. Kommen sie wider die Gewohnheit garzu früh, so halten die Fischer dieselben für Vorbothen,wo nicht über- doch anlaufender Wässer. So viel isigewiß, daß sie oft sehr zeitig erscheinen; wie man siedenn zuweilen schon zu Anfange des Februarius an undauf dem Wasser in zahlreicher Menge findet. DieBenennung Äugst oder Aust erhalten sie, wenn sie imAugust zum Vorschein kommen. An einigen Orten,z. E- um Regensburg, sind sie unter dem NahmenLaurentiusfliegen bekannt, weil sie sich um diesenTag häufig sehen lassen. In Franken und andern Län-dern werden sie, so wie die Afterfalter, Phryganea L-,Schnaken oder Rheinfchnaken genannt. Die Fi-scher im Bambergischen und Würzburgischen, amMayn hinunter, nennen sie Geschwader.