124 Hag.
oder bey mir der Verzug gewiß nicht hafte,die Schuld des Verzuges nicht liege.
Hag 00, [bet] ein im Hochdeutschen wenig mehr ge-bräuchliches Wort, welches indessen um der vielen da-von gemachten Ableitungen und damit gemachten Zu-sammensetzungen willen, nicht Übergängen werde»kann. Es bedeutete, i. einen jeden Zaun, und einejede einem Zaune ähnliche Befriedigung um einenRaum. So wurde es in dem ehemahligen Kriegswe-sen auch von einem Walle, imgleichen von einemPallisadenwerke gebraucht, wovon Frisch Beyspieleanführt. Im Oberdeutschen ist es noch hin und wie-der in diesem Verstände üblich, und im Hochd. kommtGehäge noch zuweilen in dem Verstände einer Ein-friedigung mit Stangen u. s. f. vor. Daher Fried-Hag, ein noch in einigen Gegenden, besonders Ober-Deutschlandes übliches Wort, einen Hag zu bezeichne»,wodurch Feldgüter befriediget, d.i. vordemViehege-schützet werden; ein Friedzaun. Ein Thor in einemsolchen Hage wird ein Friedthor genannt.
2 . In engerer Bedeutung, ein Zaun oder eineEinfriedigung von lebendigem Buschwerke, ein leben-diger Zaun, wofür im Hochdeutschen das davon ab-stammende Hecke, im g. L. Ober- und NiedersachsenSaber Hmck üblich ist. In diesem Verstände ist der-Hagen noch in Niedersachsen üblich, so wie im Engl.Hedge, und im Franz. Haye, gleichfalls eine solcheHecke bedeuten. Das Schweb. Hag kommt mit demDeutschen völlig überein.
g. Figürlich, ein Busch, ein Strauch, eine imHochdeutschen gleichfalls veraltete Bedeutung. Nochmehr,
4. ein
C) I» einigen oberdeutschen Gegenden ist dieses Wort ungewissesGeschlechtes, das Die mittlern Lat. Haga, Haia, Haya.Heya, Haycium u- s f. kommen in allen obigen Bedeutungen,selbst eine« Hofes, Hauses und Waldes, sehr häufig vor-siehe Hägen, Hain, Hecke u- s. f.