Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
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Hage-Stolz. 155

sie auch seyn mögen, dennoch sehr vorübergehend. Einegute gesetzliche Verfassung ist, wie Plato sagt, dasschönste Drama. Warum spielt man denn auf diesemgroßen Theater noch nicht den Ehescheuen zum Nutzendes Staates? Können Belohnungen und Bestrafung,en die Ehe befördern, so möchten sie auf eine ähnlicheWeise eingerichtet werden, als vor Alters zu Rom, dader Luxus die Ehen hinderte. Wer in der Stadt ZKinder, in Italien 4Kinder, in den übrigen Provinz-en des römischen Staates 5 Kinder hakte, war vonVormundschaften und andern persönlichen Pflichtenfrey; es ward ihm auf dem Theater ein Platz von grö«ßerer Bequemlichkeit und mehrcrm An sehen, als anderebekamen, angewiesen; er hatte auch in der Raths-Versammlung einen Vorrang, und durfte schon um einAmt anhalten, wenn er gleich die gesetzmäßigen Jahrenoch nicht hatte, u. s. w. Die Strafe der Hagestolzenwar, daß sie keine Vermächtnisse genießen konnten,wenn sie nicht innerhalb hundert Tagen demHeurathS-Gefttz gehorsam wurden, ja, daß sie eine Geldbuße er-legen mußten, welche Aes vxorium genannt wurde.Diese letzte müßte bey uns zur Unterstützung angehen-der armen Eheleute angewendet werden.

Ein politisches Triebrad zur Beförderung der Ehen,und eine Hulfsquelle eines allgemeinen Fonds zurSchulverbesserung, würde unter andern auch, nach demscharfsinnigen Urtheile unsers, wegen seiner gründlichenGelehrsamkeit und seines patriotischen Eifers um dieVerbesserung des Schul - und Erziehungswesens be-rühmten, Hrn. Direct. Gedike, in seinen lehrreichenFragmenten über Erziehung und Schulwesen beyden Alten und Neuern, Berl. und L. 1779, gr. 8 .S. 278, eine jahrlicheTape auf alle Hagestolze seyn,die in öffentlichen Bedienungen stehen, oder alsCapiralistcn, oder Besitzer von Landgütern leben.Denn weiter herunter auf die niedrigern Stande, wäre