174 Hagel.
statt mehlreicher Körner, nichts als Hülsen zur Kleye,und wenig oder gar kein Mehl aus den ohnehin weni.gen Körnern erhalten würde. Hierbey nun ist meinRath für den Landmann dieser: i) Er mähe nach demHagelschlag das Getreide, welches zur Hälfte oderganz niedergeschlagen ist, hinweg, dörre eS, und streuees seinem Vieh unter. 2) Ist der Hagelschlag in derMitte oder gegen das Ende des MayeS, oder i» denerstern Tagen des Jun. geschehen, so dünge er seinBrachfeld, welches er jetzt schon umgestürzt hat, mitMist eilends zu, pflüge ihn unter, und besäe es mitFlachs, Gerste, Buchweizen u. d. gl. die abgemäheteWintergetreideflur aber pflüge, dünge und bereite erauf den Herbst zur Aussaat deö Wintergetreides wie-der; voraus gefetzt, daß er seine Felder, wie gewöhn-lich, in drey Fluren getheilt hat. Zur Gerste und zurFlachssaat muß das gedüngte Feld zwey Mahl umge-pflüget werden. Buchweitzen kann auf das nur ein-mahl umgestürzte Feld gesäet und eingeeget werden.3) Wäre das Getreide aber nach der Mitte oder amEnde des Jun. vom Hagel niedergeschlagen worden,so wäre auf das abgemähete Getreidefeld jetzt wohlkeine Getreidesorte mehr mit Vortheil zu säen, son-dern eö würde am besten gethan seyn, wenn man denAcker stürzte, ihn mit weißen Rübensamen besäete,die Rüben ein Par Mahl behackete, und sich solcherGestalt in die Küche und in den Stall Speise und Füt-kerung auf den Winter verschaffte. 4) Wollte manim ersten Falle, da der Hagelschlag zu Ende des May«es oder im Anfange des Jun. geschehen wäre, das ge-schlagene Feld selbst nicht wieder ansäen, weil die Saathurtige und mehrere Arbeit erfordert, und der guteErfolg etwas ungewiß scheinen wollte.- so kann derLandmann, unter gegründeter Hoffnung auf einenglücklichen Auöschlag, sein Brachfeld, welches er jetztschon gestürzt und mit Dünger versehen haben wird,
zur