Band 
Ein und zwanzigster Theil, von Haf bis Hanf.
Seite
237
JPEG-Download
 

Haken-Pflug. 237

sich, an statt der von den Seilern in der Schnur ange-brachten Oehre, eines Hölzchens, in dessen einem En-de die Schnur fest gebunden ist; in dem andern Endeist ein Loch gebohrt, wodurch die Schnur geräumiggeht, und worin die scharfen Ränder ausgeschnittensind, damit die Schnur sich nicht entzwey reibe. Die-se kleine Hölzer sind Z. lang, und dienen dazu, daßdie Schnur nicht stark anziehe, und nachgebe, wennder Häker es sinken läßt. Auch ist das Auf- und Ab-thun der Schnur um die Hörner fo viel leichter damitzu bewerkstelligen. Mit der Schnur wird der Ochslinks und rechts gelenket. Sie liegt mit beyden En-den um den Hörnern der beyden Ochsen, und der Hä-ker hält die Mitte derselben mit der einen Hand, wenner in der andern die Hakensterze führt. Ist von bey-den Ochsen noch keiner gebändigt, so sind bey der erstenAnspannung drey Leute nöthig. Der eine führt denHaken, und die aridem beyde halten die Ochsen, indemdiese forkschieben, bey den Hörnern. Üngebändigtlaufen die Ochsen mit dem Haken über Feld, und siewürden den Häker weit hinter sich zurück lassen, wenndieser nicht vorher durch Zeit und Geduld seine Thierezur Arbeit gewöhnte. Indem nun die beyden Leuteauf gedachte Art die Ochsen bey den Hörnern führen,geben sie, nachdem etliche Mahl umgewendet worden,und das Umkehren den Ochsen nicht mehr ganz fremdist, etwas nach, lassen die Hörner zuweilen fahren,und gehen nur nebenher. Nachdem die Ochsen wildsind, muß bey ihrer Anbändigung die Mühe, ihnenFührer zur Seite zu geben, einige Tage hinter einan-der wiederhohlet werden. Diese Thiere pflegen sichschon zum ersten Mahl nach einer Arbeit von etlichenStunden zu bequemen, so, daß der Häker mit ih-nen allein fortkommen würde. Dennoch dürfen dieFührer sich nicht von den Seiten entfernen, bis manvöllig gesichert ist, daß die Gewöhnung alles geband -

L«